Unser Gute-Laune-Kürbis

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DIY, Kreativdingens, Leben mit Kindern

Wenn es tagelang draußen nieselt und ungemütlich kalt und grau ist, wird es Zeit, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Heute habe ich ganz spontan mit dem Fleischbärchen einen Kürbisschnitznachmittag eingelegt.

Alles begann damit, dass ich beim Abholen der Großen aus der Kita feststellen musste, dass ja zur Zeit Ferien sind und damit heute gar nicht, wie gedacht weil donnerstags bei uns üblich, Kinderturnen stattfindet. Da jedoch der gestrige Nachmittag schon völlig daneben war – das volle Programm mit Tobsuchtsanfall beim Laufradfahren und anschließendem, ungeplanten und extrem schlecht getimeten, zweistündigen Nachmittagsschlaf – musste ein Alternativprogramm her, das unterhielt, aber nicht zu anstrengend war. Zunächst mussten wir auf dem Rückweg noch Milch einkaufen. Da „stolperten“ wir direkt am Eingang des Supermarktes über einen verkaufsstrategisch wirklich optimal positionierten Aufsteller mit Halloweenkürbissen. Einer davon landete in Fleischbärchens kleinem Einkaufswagen und durfte ihr zu Füßen liegend in unserem Fahrradanhänger mit uns den Heimweg antreten. Zuhause angekommen wurde das Prachtstück direkt auf den Esstisch verfrachtet.

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Eigentlich dachte ich, dass das Fleischbärchen gar nicht so viel zu diesem „Bastelprojekt“ beitragen kann, aber ich unterschätzte unser Kind. Sie durfte zunächst einmal bestimmen, wie denn das Gesicht dreinschauen sollte: gruselig, böse, traurig, lieb, fröhlich oder lustig? Das Fleischbärchen entschied sich für letzteres. Also malte ich schon einmal mit einem wasserfesten Stift ein lustig, lachendes Gesicht, wie vom Kind gewünscht mit großen Augen, Augenbrauen und Zähnen.

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Anschließend schnitt ich oben ein Loch hinein, um danach den „Deckel“ vorsichtig herauszuhebeln. Das hatte dann doch zugebenermaßen etwas martialisch Halloweenmäßiges an sich. ;-)

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Als nächstes kam der wirklich tolle Part für das Fleischbärchen, auch wenn sie sich zunächst ein bisschen ekelte, denn sie war erst gar nicht begeistert von der Idee, die Matschepampe aus Kürbisfasern und Kernen aus dem Innern des Ungetüms herauszuholen. Mit bloßen Händen in das Loch hineinfassen? Kam gar nicht in Frage! Also löste ich noch einmal alles gut mit einem Löffel an, mit dem sie dann selbst alles aus dem Kürbis „angeln“ durfte. Nur ganz zum Schluss half ich noch einmal mit den letzten Kernen.

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Ich hätte nie gedacht, dass sie sich darüber so sehr freut. Und ich freute mich um so mehr, dass mein spontaner Einfall eine so positive Reaktion auslöste. Bei jedem Löffel, mit dem sie etwas von der Pampe erwischte und erfolgreich in die Schale für den Kompost beförderte, lachte und kicherte sie vor sich hin. Ich war im siebten Mamahimmel.

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Als wir schließlich den ganzen Kürbis sauber ausgehölt hatten, war sie allerdings dann schon ein wenig enttäuscht, dass sie nun nicht mehr aktiv mithelfen konnte. Und auch beim Zugucken lief es nun leider gar nicht mehr nach ihrem Geschmack. Am liebsten wäre sie mir auf 10cm an das scharfe Messer herangekrochen, um auch ja nichts zu verpassen, was Mama da macht.

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Nach etwa einer Viertelstunde war das Gesicht aber dann schließlich fertig. Die ausgeschnittenen Stücke schälte ich und gab sie in einen Kochtopf. Noch ein paar Kartoffel, eine kleine Zwiebel, etwas gekörnte Brühe, Salz, einen Kleks Butter und einen Schuss Apfelsaft hinzu, zum Schluss mit frisch geriebenem Muskat abschmecken – fertig war das Abendessen!

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Und der Kürbis bekam einen Platz auf der Terrasse, damit wir nun jeden Abend eine Kerze darin anzünden und ihn betrachten können – aber bitte mindestens so andächtig und fasziniert, wie der Kleine Ajan. ;-)

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Nach dem Abendbrot kam unser lachendes Kürbisgesicht dann durch die zunehmende Dunkelheit endlich richtig zur Geltung.

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Zum Tagesabschluss pustete ich die Kerze aus. „Der Kürbis geht jetzt auch schlafen. Sieh mal, er hat schon die Augen zu gemacht. Gute Nacht, lieber Kürbis. Schlaf gut! Bis morgen!“

Habt ihr auch schon Kürbisse geschnitzt oder es diesen Herbst noch vor? Feiert ihr Halloween? Wir sind uns noch unschlüssig. Einerseits bin ich nicht so ganz überzeugt von diesem doch noch relativ neuen Trend und dem „Süßigkeiten schnorren“, in dem es letztendlich hier nur endet, andererseits wird das Fleischbärchen dieses Jahr vermutlich zum ersten Mal so richtig wahrnehmen, dass die Nachbarskinder auch mit ihren Eltern losziehen dürfen, um an den Türen der Nachbarschaft zu klingeln. Ich werde wohl noch ein paar Nächte darüber schlafen müssen. Bis zum 31. Oktober ist ja zum Glück noch etwas Zeit.

Liebe Grüße,

Eure Anne

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