Unser #WiB – KW 42 – Schietwetter mit Sonne im Herzen

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Autofrei, Blogdingens, Leben mit Kindern, Wochenende in Bildern, Zuhause

Wenn Wochenenden besonders von tollen Gesprächen mit guten Freunden geprägt werden und Fotos das einfach nicht wiedergeben können, fällt es mir schwer, wie üblich zu bloggen. Doch einfach alles unter den Tisch fallen lassen, möchte ich auch nicht, denn der war am Samstag Abend opulent gedeckt. Und auch wenn die Fotos dieses Mal durch das trübe Wetter zum Großteil ziemlich grau sind, es war ein ganz besonders schönes Wochenende, von dem ich noch lange, lange zehren werde.

 

Samstag

Bereits am Freitag Abend bekamen wir Besuch. Mo Zart und Karl Rotten von “2KindChaos” waren mit ihren Kindern Maple und Coco angereist. So war es nicht weiter verwunderlich, dass wir am Morgen alle noch etwas müde waren, als die Kinder uns weckten. Zusammen mit dem Fleischbärchen und Maple im Anhänger, machte ich mich auf den Weg zum Bäcker um eine riesige Tüte voll frischer Brötchen für das gemeinsame 2FamilienChaos-Frühstück zu holen.

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Anschließend machten sich die Männer mit den Kindern auf in den Nachbarort, um dort noch einiges auf dem Markt zu besorgen. Als wir alle verabschiedet hatten und die Haustür sich schloss, waren wir fast versucht, erst einmal aufzuräumen. Dann kamen wir aber doch zum Glück schnell zur Besinnung, holten meine Nähmaschinen raus und stellten sie auf unseren großen Esstisch. Mo Zart wurde es etwas Angst und Bange, weil sie noch nie mit Pedal, sondern immer nur mit Start-Stopptaste genäht hatte. Aber schon bald ratterten die Maschinchen und die anfängliche Scheu war überwunden.

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Die Zeit war natürlich wie immer viel zu knapp. Ehe wir beschlossen hatten, was wir nun nähen und die entsprechenden Stoffe und Materialien dafür beisammen hatten, kam auch schon die Nachricht, dass die Männer sich mit den Kindern wieder auf den Rückweg begeben hatten. So entstanden jeweils ein Lätzchen für die zwei Jüngsten in der Runde, aber immerhin. Wir hatten es tatsächlich geschafft, ganz spontan eine kleine Nähsession einzulegen, und das mitten am Tag! :-)

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Als die ganze Meute nach Hause kam, waren die Kids natürlich schon ziemlich hungrig. Was gut, dass Mo Zart und ich bereits Unmengen von Nudeln kochten. So gab es zum Mittag den Klassiker, der allen schmeckte: Spaghetti mit Tomatensoße.

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Anschließend war Siesta angesagt. Die einzige, die nicht schlafen wollte, war das Fleischbärchen, was ja auch vollkommen ok ist, aber dazu führte, dass ich halb komatös auf der Couch lag, während mein Kind vor sich hin spielte. Auch, wenn das Fleischbärchen sich wirklich alle Mühe gab, sich leise selbst zu beschäftigen, immer, wenn ich gerade fast eingeschlafen war, kam dann doch verständlicherweise mal ein “Mama, guck mal!” oder der Couchtisch wurde geräuschvoll um ein paar Zentimeter verschoben. *seufz* Nach dieser Mittagspause fühlte ich mich jedenfalls ziemlich gerädert. Und ich war zugegebenermaßen auch etwas neidisch, dass alle anderen die kurze Nacht durch ein Nickerchen ausgeglichen hatten. Aber gut, wenigsten waren so nicht alle Erziehungsberechtigten so völlig k.o. wie ich. ;-)

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Der Nachmittagskaffee und die kleine Zuckerzufuhr in Form von Keksen, Äpfeln und Birnen kam mir jedenfalls sehr gelegen.

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Das Wetter draußen ließ sich in der ganzen Zeit von unserem Besuch nicht beeindrucken. Es regnete quasi nur einmal: von morgens, bis abends und die ganze Nacht hindurch. Am Nachmittag wagten sich dann zumindest der Papa Pelz und Mo Zart noch einmal mit den zwei großen Kindern hinaus zum Einkaufen, denn wir brauchten dringend noch Milch für den bevorstehenden Sonntag.

Am Abend, als die Kinder gerade mit dem Essen fertig und Maple und Coco auch schon auf dem Weg ins Bett waren, kamen dann schließlich die ersten Gäste zu unserem kleinen, aber feinen Weinabend. Beim letzten Mal hatte ich ja selbst groß gekocht. Heute wurde mir die Arbeit abgenommen. Das war erst schon ein wenig seltsam, dass da andere Menschen in unserer Küche werkelten, während ich den Kleinen Ajan versuchte ins Bett zu bringen und auch der Papa Pelz dem Fleischbärchen gerade eine Gute-Nacht-Geschichte vorlas. Aber ich freute mich riesig darauf, mich später einfach nur an den gedeckten Tisch setzen zu können und war unendlich dankbar, dass wir so tolle Freunde haben. Noch einmal ganz herzlichen Dank euch dafür! ♥

Tja, und das mit dem Ins-Bett-bringen des Kleinen Ajan war dann leider doch nicht so erfolgreich. Der Mittagsschlaf war vermutlich einfach zu lang ausgefallen. Jedenfalls turnte er fröhlich neben mir im Bett herum, während irgendwann der unwiderstehlich leckere Duft von überbackenem Fisch und Spinat unter der Tür hindurch ins Schlafzimmer kroch. Da sagte ich mir einfach: “Was soll’s!” Ich schnappte den Kleinen Ajan, zog ihm wieder den Schlafsack aus und die Tagesklamotten an, ging hinunter und aß erst mal etwas. Und es war die beste Entscheidung des Abends. Er spielte gut gelaunt Alleinunterhalter und ich konnte in Ruhe an diesem gigantisch leckeren Essen aus vielen, kleinen Köstlichkeiten teilnehmen, bestehend aus dem schon erwähnten überbackenen Fisch (Rotbarbe) und Spinat den Anke (@moeglichewelten) bereits zuhause vorbereitet hatte, außerdem gebratene gebratenen Gambas, einer soulfoodmäßigen Auberginencreme von Ina (@littlejamie), frischem Brot und verschiedenen Aufstrichen vom Markt, Gemüsesticks, gebratenen Steinpilzen und Champignons und zum Nachtisch leckeren Kakaotrüffeln, mitgebracht von Peter (@pjebsen). Dazu gab es natürlich Wein, aber nicht nur einen, sondern ingesamt über den kompletten Abend sieben verschiedene Weißweine.

Um ehrlich zu sein, es war schon sehr dekadent und ich genoss es in großer Dankbarkeit und auch mit einer gehörigen Portion Demut, so etwas Tolles überhaupt vor uns auf dem Tisch haben zu können. Doch das Beste am ganzen Abend waren die Gespräche, die sich von Social Media und Blogger Themen, über ganz Privates bis zu gesellschaftlich Grundsatzdiskussionen erstreckten. Wir plauderten und philosophierten über Gott und die Welt und ich fühlte mich in dieser Runde, die eigentlich aus Leuten bestand, die oberflächlich betrachtet alle ganz unterschiedlich waren, einfach nur wohl, verstanden und genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Einmal mehr – und es ging mir noch oft an diesem Wochenende so – wurde mir wieder so richtig bewusst, dass Zusammengehörigkeit und gleichwürdiger Umgang nichts mit Alter, Herkunft oder der eigenen Lebensweise zu tun hat, wenn man einfach nur offen und neugierig einander begegnet. Welch ein Hoffnungsschimmer in dieser oft so von Klischees, Angst und Vorurteilen getriebenen Welt. Nach diesem Abend war ich einerseits satt vom leckeren Essen, andererseits ging ich hungrig ins Bett, mit einem riesengroßen Appetit auf noch mehr solcher Abende – irgendwann vielleicht auch zusammen mit unseren dann großen Kindern. Träumen ist ja erlaubt. ;-)

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Sonntag

Oh, wie schön, wenn der Papa Pelz die Frühschicht übernimmt und man alleine bis halb 11 ausschlafen und anschließend auch noch Duschen gehen kann. Das ersetzt locker mal ein ganzes Wochenende im Wellnesshotel. Mit Frühstück hatte mein Snack am dieses Mal ganz “unkonventionell” gedeckten Tisch zwar nicht wirklich mehr was zu tun, aber es erfüllte seinen Zweck.

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Die Anfahrt zu den Landungsbrücken gestaltete sich leider schwieriger als geplant. Eigentlich können wir sonst ohne Umsteigen von unserem Zuhausebahnhof mit der S-Bahn bis dort hin durchfahren. Doch ausgerechnet an diesem Wochenende waren wieder Bauarbeiten auf der Strecke, was weder an unserem Bahnhof noch in der Bahn angezeigt oder durchsagt wurde. So stiegen wir am Dammtorbahnhof aus, fuhren wieder eine Station zum Hauptbahnhof zurück, liefen dort der wirklich ewig langen Weg zum Aufzug, der zur U3 hinunterführt (Barrierefreiheit ist echt was anderes!), und kamen schließlich mit der U-Bahn an der Elbe an. Jetzt brauchte ich dringend erst mal einen Kaffee. Weil das Café dort um die Ecke jedoch auch verdammt lecker aussehendes, selbstgemachtes Eis anbot, konnte ich auch da nicht widerstehen. Auch das Fleischbärchen war gegenüber einer Kugel leckerem Schokoeis bei diesem Wetter nicht abgeneigt.

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Der eigentlich noch zum frische Luft schnappen geplante Spaziergang auf der Promenade entpuppte sich dann gleich wieder als nicht wirklich kinderwagentauglich, denn in der Mitte der Promenade standen wir plötzlich vor einer Baustellentreppe. Zum Glück gab es nette Leute, die uns halfen, beide Wagen zu tragen.

Schließlich waren wir endlich auf der Fähre Richtung Finkenwerder. Ja, bei schönem Wetter ist das alles schon noch mal was anderes. ;-) Aber die Kinder fanden es trotzdem gut.

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In Övelgönne am Museumshafen verließen wir die Fähre und liefen die paar Meter bis zum Elbstrand.12-#WIB KW 422

Einmal das hanseatische Feeling von der großen weiten Welt schnuppern, das musste trotz Regen und patschnassem Sand sein.

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Und wer Gummistiefel an hat, kann ja sogar auch mal bei 8 Grad mit den Füßen ins Wasser. :-)

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Mit dem Bus und der S-Bahn ging es zurück zur “Chaoszentrale”. Zuhause angekommen wurden erst die ziemlich müden Kinder verköstigt, versorgt und ins Bett gebracht. Das Wochenende beschlossen wir bei tiefsinnigen Gesprächen mit dem ersten Glühwein der Saison aus der letzten Flasche unseres selbstgemachten Hochzeitsweins.

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Weitere Wochenenden in Bildern findet ihr wie jede Woche bei Susanne auf “Geborgen Wachsen”.

Liebe Grüße,

Eure Anne

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