Unser #WiB – KW 39 – #WUBTTIKA oder “Mama und Papa allein in Wuppertal”

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Blogdingens, Leben mit Kindern, Unterwegs, Wochenende in Bildern, Zeit für mich

Ein ganz besonderes Wochenende liegt hinter uns, denn der Papa Pelz und ich waren zum ersten Mal seit Oktober 2012 ohne Kinder inkl. Übernachtung unterwegs. Außerdem war ich auf meinem aller ersten Blogger- und Twittertreffen.

Samstag

Mit einem echt flauen Gefühl im Magen fuhren wir am Samstag morgen, nachdem wir mit meinen Schwiegereltern und den Kindern noch gefrühstückt hatten (wobei ich aber kaum etwas hinunterbekam) um 9 Uhr mit der S-Bahn los. Dass wir schon sicherheitshalber eine Bahn früher genommen hatten, war unsere Rettung, denn bereits die S-Bahn kam mit einer halben Stunde Verspätung im Hamburger Hauptbahnhof an. Wir befürchteten, dass unser ICE bestimmt schon ohne uns abgefahren wäre, doch mit einem Wahnsinnssprint konnten wir gerade noch so in den Zug hechten, bevor sich die Türen schlossen und er abfuhr. Das war nicht gerade das, was man sich als entspannten Start ins Wochenende so erhofft.

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Im Zug gabs dann erst einmal ein zweites Frühstück. Doch das mulmige Gefühl im Bauch und die Anspannung blieben, denn der Zug hatte immer noch 15 Minuten Verspätung, für unseren nächsten geplanten Umstieg in Dortmund hatten wir aber nur knappe 10 Minuten. Und dann war da auch immer wieder die Erinnerung an zuhause. Ging es den Kindern gut? Würde der Kleine Ajan wieder so fremdeln, wie er das die letzten Tage und Wochen getan hatte?

Der ICE konnte bis Dortmund seiner Verspätung nicht wieder aufholen, aber wir fanden schnell eine andere Verbindung mit einem Regionalexpress, die sich schließlich sogar als viel praktischer herausstellte, weil wir nicht noch einmal umsteigen mussten, und weil wir damit zur selben Zeit in Wuppertal ankamen, wie geplant. Vorher genossen wir aber noch ein paar Sekunden die Herbstsonne auf dem Dortmunder Bahnhofsvorplatz.

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Welch eine Ironie, als wir nach diesem ganzen Anfahrtsstress zur geplanten Zeit in Wuppertal eintrafen. Aber wir waren froh, es überhaupt noch rechtzeitig und nun auch deutlich entspannter zum bereits um 14:30 Uhr beginnenden #WUBTTIKA geschafft zu haben. Abgeholt wurden wir ganz spontan von einer Bekannten, die wir bisher nur über Twitter kannten, mit der ich aber schon viele wirklich tiefgründige Gespräche geführt hatte. Das Allerschönste war, dass das erste Sehen im echten Leben sich anfühlte, als hätten wir uns schon Jahre gekannt. Solche Momente sind schon irgendwie fast magisch. Schließlich hätte es auch sein können, dass wir uns im wahrsten Sinne des Wortes überhaupt nicht riechen können. Mit der Schwebebahn ging es schließlich vom Bahnhof in Oberbarmen Richtung Barmen, wo das Treffen stattfinden sollte.

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Auf die Schwebebahn hatte ich mich ja auch schon wie eine Schneekönigin gefreut. Der Papa Pelz und ich waren zum ersten Mal in Wuppertal, und Schwebebahn waren wir beide noch nie zuvor gefahren. Wie das schaukelte und rumpelte und polterte – großartig! Da ich ja Höhenangst habe, fühlte sich das für mich an, wie für andere eine Achterbahnfahrt. Nervenkitzel pur, aber im positiven Sinn! ;-)

Schließlich kamen wir in der Innenstadt in Barmen an und liefen ganz gemütlich gemeinsam mit der Freundin durch die Fußgängerzone, vorbei am Rathaus, vor dem gerade ein frisch vermähltes Brautpaar seinen Sektempfang zelebrierte und schließlich zum Brauhaus. Endlich hatte unser entspanntes Wochenende begonnen, auch wenn die Gedanken trotz allem bei mir immer wieder zu den Kindern zuhause mit Oma und Opa gingen, und auch wenn ich wusste, dass sie dort gut behütet und rundum bestens versorgt sind. Loslassen können muss eben erst geübt werden. Doch das Beruhigende war, dass es mir da nicht alleine so erging. Der Papa Pelz, der die ganze Fahrt über ziemlich gelassen und abgeklärt gewirkt hatte, war nämlich schließlich derjenige, der zuhause anrief und fragte, wie es den Kindern ginge. :-D Das Ergebnis: sie schienen uns nicht mal im Geringsten zu vermissen. :-D Der Papa Pelz war etwas geknickt, ich war einfach nur beruhigt. Nun konnte das Wochenende endlich auch für mich losgehen.

Das Treffen begann mit der Vorstellung der drei Organisatorinnen Mama Schulze, Frau Chamailion und Frl. Null.Zwo und einem kleinen Rahmenprogramm. Zunächst hielt Silke Schröckert einen Kurzvortrag über “Journalistische Darstellungsformen”, die sie uns strukturiert und originell anhand des Grimm’schen Märchens “Schneewittchen und die Sieben Zwerge” näher brachte.
Der zweite Programmpunkt war eine Lesung der an Brustkrebs erkrankten Ehefrau und Zweifachmama Nicole Staudinger. Sie las aus ihrem mit Lebensmut und Humor gespickten Buch die Passage vor, als sie “ihrem Großen” zu erklären versuchte, dass sie an Krebs, genauer gesagt, an “Karl Arsch” – so nannte sie ihren Tumor – erkrankt sei. Wären die vielen Kinder nicht mit dabei gewesen und hätten in der großen Spielecke für Leben im Raum gesorgt, hätte man sicherlich ein Stecknadel fallen hören. Ich war sehr berührt von ihrer “Ich lasse mich nicht unterkriegen”-Art, dem Leben, dass ihr so bescheiden mitgespielt hatte (denn es war schon die zweite Krebsdiagnose), immer etwas Positives abzugewinnen. Danach hatte sie noch ein offenes Ohr für die zahlreichen Fragen der fast ausschließlich weiblichen TeilnehmerInnen.

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Den restlichen Nachmittag verbrachten wir in lockerer Runde bei Kaffee und Kuchen. Es wurden Bloggererfahrungen ausgetauscht und über Freud und Leid mit den eigenen Kinder erzählt. Aber auch für tiefer gehende Gespräche war Zeit und Raum im kleinen Kreis. Viel zu schnell war dann auch schon wieder das Treffen vorbei, doch da wir uns so gut unterhalten hatten und die Gespräche nun nicht einfach abbrechen wollten, wurden der Papa Pelz und ich ganz spontan zu der Freundin nach Hause eingeladen, die uns bereits am Bahnhof abgeholt hatte.
Zuvor checkten wir noch schnell in unserem Hotel ein und deponierten dort unser Gepäck und die zwei Goodie Bags, die jede(r) #WUBTTIKA-TeilnehmerIn beim Abschied in die Hand gedrückt bekam. Am Abend gesellte sich dann noch eine weitere Twitter-Bekanntschaft, die liebe Vany zu unserer Runde. Bis tief in die Nacht führten wir so gute und tiefgründige Gespräche, wie ich sie schon lange nicht mehr hatte. Mit einem Gefühl der tiefen Verbundenheit fuhren wir schließlich um ein Uhr morgens wieder mit den Taxi ins Hotel.

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Sonntag

Am nächsten Morgen wachte ich nach einer viel zu kurzen, aber ganz tief und fest durchgeschlafenen Nacht zur üblichen Zeit um kurz nach 7 auf. Um kurz nach 8 saßen wir schließlich am Frühstückstisch. Das Buffet ließ keine Wünsche offen, und das Geschirr setzte dem Frühstück im Hotel Krone dann noch die Krone auf. ;-)

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Draußen vor dem Fenster fuhr übrigens “das Original” an uns vorbei. Schließlich kam auch noch JuSu alias Mama Schulze, eine der bereits genannten #WUBTTIKA-Organistatorinnen zu uns an den Tisch. Wenig später kam auch Vany mit ihrem kleinen Sohn im Schlepptau im Hotel vorbei um uns zur geplanten, kleinen Sightseeing-Tour durch Wuppertal abzuholen. Und los ging es natürlich erst einmal wieder mit der Schwebebahn. Ja, der Papa Pelz kann leider nicht anders gucken. ;-)

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Am Robert-Daum-Platz stiegen wir aus und liefen bei schönstem Sonntagswetter durch den
Deweerth’scher Garten in das kunterbunte, künstlerisch-kuriose Ölbergviertel.

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Vorbei an tollen kleinen Boutiquen (die ja leider alle geschlossen hatten *schluchz*) und kultigen, kleinen Restaurants und Cafés ging es schließlich den Berg hinauf.

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Treppensteigen und Buggy tragen war bei dieser Tour inklusive. Dafür wurden wir aber mit einer tollen Aussicht über Wuppertal belohnt.

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Vorbei an Vanys ehemaliger Schule und reich verzierten Hausfassaden schlängelten wir uns durch die Straßen bis wir schließlich wieder ins Tal hinab ins Briller Viertel mit seinen zum Teil riesigen historischen Villen liefen.

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Besonders fiel uns dabei ein abgesperrtes, völlig verwahrlostes Parkgelände mit einer kleinen Kirche und einer wunderschönen alten Villa mit einem leeren Springbrunnen auf. Als wir später im Zug danach googelten stellte sich heraus, dass es sich dabei um die Villa Amalia handelte, die zuvor als Pflege- und Senioreneinrichtung genutzt wurde, aufgrund der Insolvenz des Betreibers aber schon seit Jahren leer stand. Zwischen all den schmucken Häusern wirkte das wie ein verwunschenes Märchenhaus. Hier war irgendwie die Zeit stehengeblieben.

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Schließlich machten wir uns wieder auf den Rückweg zur Schwebebahn, denn am Mittag fuhr unser Zug ab Oberbarmen nach Hause und wir mussten zuvor noch unser Gepäck aus dem Hotel abholen.

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Mit ganz vielen tollen Erinnerungen an wunderbare Gespräche und herzliche, irgendwie doch schon seelenverwandte Menschen sagten wir Lebewohl und “Bis zum nächsten Besuch!” – dann wahrscheinlich sogar gemeinsam mit den Kindern.

Die Heimfahrt verlief wieder einmal auf Grund der Verspätung unseres Fernverkehrszuges nicht wie geplant. In Hamm ließen wir unser Ticket dann aber einfach kurzerhand umbuchen. Während der Papa Pelz die Formalitäten erledigte, dokumentierte ich noch schnell die hübschen Deckenverzierungen in der Bahnhofshalle. ;-)

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Schließlich kamen wir wie schon bei der Hin-, so nun auch bei der Rückfahrt trotz der zwischenzeitlichen Verspätung und Umdisponiererei wie geplant pünktlich an. Verrückt! Aber wir waren happy, endlich wieder unsere beiden Kinder in die Arme schließen zu können, mit ihnen Abendbrot zu essen und sie ins Bett zu bringen. Und ich glaube, die Freude beruhte auf Gegenseitigkeit. ;-)

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Fazit dieses ersten Wochenendes zu zweit: toll und irgendwann in nicht all zu ferner Zukunft auch unbedingt wiederholungsbedürftig. Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr so eine doch verhältnismäßig kurze Trennung von den beiden Knirpsen einem wieder so richtig klar macht, wie sehr man sie vermisst, auch wenn es zuhause manchmal echt anstrengend mit ihnen ist. Aber für diese anstrengenden Phasen konnten der Papa Pelz und ich nun auch wieder ein wenig dringend benötigte Kraft tanken. Ganz, ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an meine Schwiegermama und meinen Schwiegerpapa! ♥

Wie war euer Wochenende? Hattet ihr auch so tolles Wetter? Schaut doch auch mal bei den anderen Wochenenden in Bildern bei Susanne rein.

Liebe Grüße,

03cfa-eureanne

13 Kommentare

  1. Ach welch schönes Wochenende!! Spannend, wie euch von Außerhalb das Tal gefallen hat.

    Dass ihr immer pünktlich gekommen seid, obwohl alles anders lief ist ja echt witzig. So kann es gehen.

    …ja solch kurze Trennungen zeigen mir auch immer wie sehr ich unser verrücktes Leben liebe. Prima, dass alles so gut geklappt hat mit den Kinderleins.

    Ich schicke dann mal einen rumpelig, herzlichen Gruß aus der Stadt mit den “fliegenden Bussen”.
    Kerstin

  2. Pingback: suseinorge

  3. Hach, es war so schön, Dich endlich mal kennenzulernen! Und ich hoffe sehr, daß wir das nächste Mal ein bißchen mehr Zeit haben werden zum Quatschen.
    Deine tollen Bilder entschädigen mich ein bißchen für das fehlende Sightseeing. Séverine und ich mußten Wuppertal ja schon um sieben Uhr in der Früh wieder verlassen.
    Liebe Grüße aus dem Süden
    Suse

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