Flüssiges Gold

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Eingemachtes, Kochtopf, Nachhaltig leben

Der Titel dieses Beitrags könnte auch ebenso gut lauten: “Wie ich versuchte, Mirabellenmarmelade zu kochen und dabei “nicht ganz” das Ergebnis erzielte, dass ich mir erhofft hatte.” Aber das wäre natürlich geringfügig zu lang – und eigentlich tut es auch gar nichts zur Sache, denn das Ergebnis schmeckt trotz allem vorzüglich! Das habe ich in erster Linie meinem “Glücksfund” zu verdanken.

 

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Vor anderthalb Wochen sind meine Schwiegereltern zu uns in die Nähe gezogen, genauer gesagt in den Nachbarort, der von uns aus perfekt mit dem Rad zu erreichen ist. Das Tollste am Weg dort hin ist, dass wir kein einziges Mal eine Straßen kreuzen, geschweige denn an einer entlang oder auf einer fahren müssen. Wenn man durch das Grundstück des neuen Wohnhauses über den Garten betritt, fährt man einen sehr malerischen kleinen Feldweg entlang, der auf einer Seite gesäumt ist von Brombeerranken und wilden Holunder- und Mirabellensträuchern und -bäumen. Jetzt im Spätsommer wirkt es wie das Schlaraffenland.

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Das Seltsame ist, dass wir die einzigen Menschen zu sein schienen, die sich für diesen Schatz interessierten, denn keiner hatte sich bisher die wirklich geringe Mühe gemacht, die Früchte an diesem öffentlichen Weg zu ernten. Wie ich vorgestern im WiB ja bereits berichtete, hatte ich erst versucht, die verbliebenen Mirabellen an den Bäumen zu pflücken. Das, was auf den Weg gefallen war, gärte schon sehr geruchsintensiv vor sich hin. Dann sah ich, dass das Gras unter den Bäumen übersät war mit makellosen, reifen Früchten. Da der Weg kein Durchgangsweg sondern nur Zufahrt der Obstbauern zu ein paar Apfelplantagen ist, hier also auch niemand seine Hunde ausführt, brauchte ich nur zuzugreifen.

Nach einer Nacht im Kühlschrank machte ich mich dann gestern an die Verarbeitung der süßen Früchtchen. 5,3kg hatte ich insgesamt gesammelt. Doch wie das Sprichwort schon sagt…

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… dann das Vergnügen. Gläser abkochen gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsaufgaben beim Marmelademachen. Immer dieses Gefriemel, wenn man die heißen Gläser wieder aus dem Topf angeln muss. Aber gut, auch über 5 Kilo Mirabellen zu entsteinen ist irgendwann Vergnügen mehr. Dir läuft der klebrige Saft an den Ellenbogen herunter und der Bottich scheint nicht leer zu werden. Doch dann war auch das irgendwann geschafft. Nun ging’s ans Eingemachte Einmachen.

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Ich kochte immer in 2kg-Portionen, wie in der Packungsanleitung des dieses Mal von mir zum ersten Mal verwendeten 1:3-Gelierzuckers: 1,5kg vorbereitete Früchte, 500g Gelierzucker und ein wenig frisch gepresster Zitronensaft, denn die Früchte waren wirklich sehr reif und süß. Die ersten 1,5kg Marillen verarbeitete ich zu einer Art stückigem, rustikalem Kompott. Die halbierten, gekochten Marillen zerdrückte ich lediglich ein wenig mit einem Kartoffelstampfer, bevor ich alles in die zuvor abgekochten Gläser abfüllte. Deckel drauf und verkehrt herum zum Abkühlen beiseite stellen. Nächste “Charge”…

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Die restlichen Früchte pürierte ich zunächst mit einem Stabmixer und passierte sie durch ein Sieb. Die Schalen blieben zurück. Nur das feine Fruchtfleisch wanderte dieses Mal in den Kochtopf. 1,5kg dieses Fruchtmarks verarbeitete ich zu feiner Marmelade und der Rest wurde noch mit 1cl Cointreau, den ich schon vor dem Abfüllen der heißen Marmelade jeweils ins Einmachglas gab, verfeinert.

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Nachdem die Gläser am Abend schließlich alle abgekühlt waren, ahnte ich allerdings schon, was sich bei der Gelierprobe bereits abgezeichnet hatte. Die Marmelade blieb sehr flüssig, und das, obwohl ich sie bereits wie auf der Packungsanleitung empfohlen länger gekocht und Zitronensaft hinzugegeben hatte. Wir stellten ein Glas in den Kühlschrank und wagten dann heute morgen beim Frühstück die Kostprobe. Sehr lecker, aber trotz Kühlung immer noch ziemlich flüssig. Schade! Nächstes Mal werde ich wieder 1:2-Gelierzucker verwenden. Zumindest haben wir nun Fruchtsoße für Desserts in rauhen Mengen. Wir werden in Zukunft wohl leider sehr viel Vanilleeis essen müssen. ;-)

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Liebe Grüße,

e670c-eureanne

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