Urlaubsvorbereitungen: “Ich packe meinen Koffer…”

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Allgemein
 Schnell den Koffer am Vorabend packen, so wie früher, als mein Mann und ich noch zu zweit waren – kann man mit Kindern immer noch machen, muss man aber nicht. Gute und rechtzeitige Planung schont die Nerven! Dachte ich mir so… und wurde gestern auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Denn auch die tollsten Pläne können von äußeren Einflüssen mal eben so durchkreuzt werden.

Hetz, hetz, hurra!

 

Mittwoch Morgen. Das Fleischbärchen ist in der Kita und ich bin auf dem Weg zum Einkaufen. Einige Sachen, die wir dringend im Urlaub brauchen, fehlen noch im Reisegepäck: Babynahrung (da geh ich lieber auf Nr. Sicher und nehme gewohnte Produkte mit), diverse Kosmetika in Urlaubsgrößen (spart zwar kein Geld, aber Gewicht und Platz), 1 Tube Reisewaschmittel, eine kleine Flasche Spülmittel fürs Ferienhaus… usw.. Außerdem noch den ersten Proviant: Unser Lieblingsmüsli fürs Frühstück, eine luftgetrocknete französische Salami, Knäckebrot und etwas Schmelzkäse – alles Sachen, die nicht gekühlt werden müssen.
Dann treffe ich (natürlich) eine Freundin im Supermarkt und verquatsche mich. Selbst schuld, werdet ihr jetzt sagen. Ja, ihr habt ja recht.
Ich hetze also nach Hause, muss noch eine Wäsche anstellen und eine Ladung aufhängen, gleichzeitig aber auch den Kleine Ajan versorgen. Zweiteilung wäre jetzt praktisch. Oder ein zusätzliches Paar Arme. Kann und hab ich aber nicht. Also weiterhetzen. Hab ich auch alles eingepackt? Die Uhr tickt.

Um Viertel vor 4 muss ich spätestens mit dem Kleinen Ajan in der Trage und dem gepackten Koffer im Fahrradanhänger das Fahrrad schiebend loslaufen, damit ich das Fleischbärchen um halb 5 von der Kita abholen kann. Ich spute mich also und komme mit Ach und Krach um 4 los. Es ist warm. Normalerweise trage ich den Kleinen Ajan echt gern, besonders, seit ich ihn nicht mehr täglich auf dem Weg zur und von der Kita zurück tragen muss, sondern er im Anhänger mitfahren kann. Aber gleichzeitig einen mit 20kg beladenes Fahrrad-Anhänger-Gespann schieben, macht keinen Spaß. Ja, in diesem Moment wünsche ich mir ein Auto!

“Oooh…”

 

Da ich keines her zaubern kann, muss es auch so gehen. Geschafft aber erleichtert komme ich am Paketshop an, hieve den Koffer aus dem Anhänger und rolle ihn in den Laden.
Die Dame dort schaut mich etwas irritiert an und meint: “Wie? Den wollen sie so verschicken? Oooh, ich glaub, das wird nicht gehen!”
“Wir haben einen Koffer schon mal genau auf diese Weise mit ihrem Logistikunternehmen verschickt!”
Im Inland sei das etwas ganz anderes, aber sie werde sich noch einmal telefonisch bei der Zentrale erkundigen.
Währenddessen ist noch ein anderer Kunde im Laden und kommentiert das Ganze immer wieder mit Sätzen wie “Warum sollte das nicht gehen? Das hat doch auch die zugelassenenen Maße eines Pakets.”
Die Dame telefoniert. Dem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, scheint die Person am anderen Ende der Leitung ihr das zu erzählen, was sie hören wollte. Vielleicht hab ich es mir auch nur eingebildet, aber mit einem für mich wirklich selbstzufrieden klingenden Tonfall sagt sie: “Wie ich es mir schon dachte. Das geht so nicht. Den müssen sie in einen Karton packen. Dann können sie ihn verschicken.”
Wie und woher um alles in der Welt soll ich jetzt auf die Schnelle einen so großen Karton herbekommen? Und die Uhr tickt weiter. Ich merke, wie sich eine Mischung aus Ärger, Wut, Ratlosigkeit und Verzweiflung in mir breit macht und rufe meinen Mann an. Der schlägt vor, das Paket zur Post zu bringen. Zwar kostet da der Versand 10€ mehr, aber was soll’s… Wir haben keine andere Wahl. Gehe ich noch mal nach Hause – was nebenbei auch die reinste Tortur wäre – schaffe ich es nicht rechtzeitig zur Kita, denn diese schließt um 5 Uhr.

Sch(m)erz lass nach…

Ich trolle mich sichtlich genervt, hieve den Koffer wieder zurück in den Fahrradanhänger. Der nette Kunde von vorhin steht etwas ratlos und mich bemitleidend draußen vor der Tür. “Wenn ich ein Auto hätte, würde ich sie auch eben zur Post fahren.” Ja, wenn das Wörtchen “wenn” nicht wäre… Aber trotzdem tut es gut zu wissen, dass es auch noch hilfsbereite, nicht abgebrühte Menschen gibt.

Zum Glück ist die Post nur 5 Minuten zu Fuß entfernt. Wieder dasselbe Spiel: Fahrrad abstellen, Koffer aus dem Anhänger wuchten, in den Laden rollen.
“Ich möchte bitte den Koffer in die Niederlande verschicken.”
“Ooooh….” Nein, bitte nicht. Diesen Laut habe ich gerade eben schon mal gehört! “Ich fürchte, das wird nicht rechtzeitig klappen. Sie wissen, dass die Post gerade streikt. Unbefristet! Und gerade Beförderungsfälle wie Koffer und dann noch ins Ausland werden sicherlich nicht die oberste Priorität haben.”

Kann mich mal bitte jemand kneifen? Das ist jetzt alles nur ein schlechter Scherz, oder? Wo ist die versteckte Kamera?

Nein, es war kein Scherz. Das Ende vom Lied: Ich durfte den Koffer bis zum nächsten Tag in der Postfiliale lassen (Herzlichen Dank noch mal!!!) und konnte mich so endlich auf den Weg machen, um meine Große aus der Kita abzuholen. Immerhin war ich zwei Minuten vor 5 dort. Ein wenig Glück hatte ich also doch. ;-) Allerdings löste das immer noch nicht unser Kofferproblem. Wir werden ihn nun schlichtweg selbst mitnehmen müssen, dieses 20 Kilo Monstrum. Schön geht echt anders.

Morgen wird es in Sachen Urlaubsvorbereitungen nicht minder spannend. Ich muss Reisepässe für die Kinder ausstellen lassen. Bis gestern waren die Fotos allerdings noch nicht da. Ob das alles noch klappt und wie und warum man überhaupt Kinderreisepässe beantragen muss, das erzähl ich euch dann in der nächsten Folge dieser Blogreihe.

Liebe Grüße,

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