Sonnenaufgang am Nachmittag

Kommentare 0
Allgemein, Leben mit Kindern

Wie jeden Donnerstag, waren wir heute wieder beim Kinderturnen, mit dem einzigen Unterschied, dass das Fleischbärchen es sonst kaum erwarten kann, dort hinzugehen und heute irgendwie der Wurm drin war. Vielleicht lag es am schlechten Wetter, vielleicht hatte sie mittags nicht gut geschlafen, oder sie hatte einfach nur einen schlechten Tag, so wie das jeder irgendwann mal hat.

Als mein Vater und ich sie am frühen Nachmittag mit dem Auto aus der Kita abholten, war noch alles prima. Wir fuhren erst mal nach Hause, tranken zusammen mit meiner Mama (und dem Kleinen Ajan ;-)) Kaffee bzw. Milch und aßen Obst, Kuchen und Kekse. Anschließend wollten wir los zum Turnen. Nur meine Tochter wollte auf einmal nicht mehr. Vermutlich hatte sie sich so sehr an die heimelige Ruhe gewöhnt, dass sie diese dem Turnen vorzog. Normalerweise hole ich sie immer erst später ab und fahre dann direkt von der Kita zum Turnen. Da kommt es also nie zu dieser Situation, aber Oma und Opa sind ja gerade zu Besuch und die Zeit mit ihnen ist kostbar, da sie nicht gerade um die Ecke wohnen.

Ich beschloss trotz Jammern, sie anzuziehen und loszufahren. Nicht, dass ihr dann eine halbe Stunde später einfällt, dass sie ja doch hin möchte. Ich kenne meine Pappenheimerin ;-)

Dort angekommen stellte sich bald heraus, dass ausgerechnet heute, die aufgebauten Geräte und Hindernisse nicht sonderlich viel Anklang fanden. Allerdings lag das nicht mal ausschließlich an ihrer Laune. Irgendwie lag insgesamt nicht gerade Begeisterung in der Luft. Doch das Wetter?!

Schon bald wollte sie unbedingt die mitgebrachten Apfelstücke essen. Ich meinte, dass diese für nach dem Turnen gedacht seihen, sie aber einen Schluck Wasser trinken könne.
Auf dem kurzen Weg zu unserer Tasche trafen wir die Nachbarstochter. Sie saß abseits ganz alleine an der Turnhallenwand und schaute missmutig dem Treiben zu, als ob sie auf irgendetwas oder -jemanden sauer war. Irgendwie sah sie aber auch ziemlich traurig aus und so überdachte ich meine Entscheidung, den Apfel für später aufzubewahren und schickte meine Tochter zu ihr hinüber, damit sie ihr zum Trost ein Stückchen anbietet.

Das Fleischbärchen ging mit der Apfeldose auf sie zu und in dem Moment, als sie fragte, erstrahlte plötzlich das ganze Gesicht des Nachbarskindes in einem Lächeln, dass die Sonne aufging und mein Herz bis zum hintersten Winkel erwärmte. Das Fleischbärchen setzte sich kurzerhand einfach auch auf den Boden, stellte die Dose zwischen sich und das Nachbarskind und eröffnete ein Minipicknick.
Ja, DAS sind sie, diese kleinen großen Momente, die manchmal den vermeintlich schnöden Alltag lebens- und liebenswert machen.♥

Welche lichten Momente hattet ihr in letzter Zeit?Liebe Grüße,

 

Kommentar verfassen