Feuerwerk der Endorphine

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Geburt, Leben mit Kindern, Schwangerschaft
Nun ist es schon über eine Woche her, dass unser Adrian das Licht der Welt erblickt hat. Allerhöchste Eisenbahn, endlich mal schriftlich festzuhalten, wie sich das mit dem auf die Welt kommen so zugetragen hat.

 

Samstag, 13.9.2014:

 

Am frühen Morgen wachte ich mit Wehen auf, die mich nicht mehr schlafen ließen. Schon am Vorabend hatte ich bemerkt, dass die Senkwehen, die ich schon seit 2 Wochen hatte, sich irgendwie stärker und unangenehmer anfühlten. Doch sie waren unregelmäßig zw. 8 und 10min und ich konnte trotzdem erst einmal noch schlafen. Als ich schließlich nicht mehr schlafen konnte, las ich noch ein wenig mit meinem Handy im Internet und döste dann in den Wehenpausen so gut es ging vor mich hin. Dazwischen musste ich fast stündlich zur Toilette um Wasser zu lassen. Das kannte ich zuvor überhaupt nicht aus der Schwangerschaft. Normalerweise musste ich wenn überhaupt einmal pro Nacht raus. Aber die Wehen drückten am unangenehmsten, teils richtig stechend im Blasenbereich. War die Blase wieder leer, war es nicht schlimmer als Menstruationsschmerzen. So gegen halb 6 oder 6 Uhr schlief ich dann doch wieder ein. Steffen ließ mich am Morgen ausschlafen und kümmerte sich um Emmi.

 

Um ca. 9 Uhr kam ich dann zum Frühstück, wobei ich weiter unregelmäßige Wehen im 6-8min-Abstand hatte, die ich lieber veratmete als dabei weiter mit Emmi und Steffen zu reden. Steffen und ich fanden das ziemlich amüsant, und Emmi staunte nicht schlecht, dass ihre Mama da gelegentlich so lange und seltsam ausatmete. Wir sagten ihr, dass Mama Wehen habe (auch wenn sie den Sinn noch nicht verstand, so hatte die Sache doch nun zumindest einen Namen) und dass das Baby nun bald aus Mamas Bauch rauskommen wolle. Letzteren Gedanken kannte sie schon aus ihren zwei Geschwisterbüchern, die wir ihr im Laufe meiner Schwangerschaft geschenkt hatten.
Da die Wehen aber schon gesagt noch sehr unregelmäßig kamen und gingen (ich hatte Tage/Wochen zuvor schon mal Senkwehen im 4min-Abstand gehabt und die kamen wie nach der Uhr gestellt), und sich auch überhaupt nicht schlimm anfühlten, beschlossen wir, noch mal einen Spaziergang zum 15min entfernten Edeka zu machen. Zuvor kam natürlich der obligatorische Gang zur Toilette. “Was weg ist, ist weg.” Und dann war plötzlich tatsächlich was “weg”, bzw. auf dem Toilettenpapier: der Schleimpfropf, oder wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte, ein Teil des Schleimpfropfes. Ich wurde plötzlich euphorisch aufgeregt. Schon Tage zuvor hatte ich gerätselt, wie dieses “Ding” den aussehen könnte, und ob man das nicht übersehen könne. Bei Emilia unserer Großen, wurde damals ja vorher eingeleitet. Da hatte ich das alles nicht mitbekommen. Aber dieses Mal war es live und in Farbe, was sich da in meinem Körper abspielte. Alles stellte sich Schrittchen für Schrittchen auf die Geburt ein und damit war auch klar: es waren tatsächlich echte Wehen. Natürlich konnte es auch noch 2, 3 Tage dauern, bis es jetzt “richtig” losging, aber es tat sich was. Auch das nächtliche Wasserlassen schien damit zusammenzuhängen.
Noch auf der Toilette sitzend schrieb ich meiner Nachbarin, die im Fall der Fälle auch auf Emmi aufpassen sollte, falls es Steffens Eltern nicht rechtzeitig schaffen sollten. Wir brachten, bevor wir weiter zum Einkaufen gingen, noch schnell das Reisebett und Emmis Kindersitz vorsorglich zu ihr. Man konnte ja nie wissen ;-)

 

Auf dem Weg zu und im Edeka hatte ich weiterhin Wehen, aber beim Gehen waren sie noch viel besser erträglich als im Liegen in der Nacht zuvor. Der Tag plätscherte so vor sich hin. Ich machte noch mal ein Heublumendampfbad und am Nachmittag beschlossen wir Eis essen und auf den Spielplatz zu gehen. Die Wehen waren zwar nun schon stärker und im nun regelmäßigen 10min-Abstand und aber immer noch sehr gut zu veratmen. Auf dem Spielplatz trafen wir dann ein Pärchen mit einer Tochter, die vermutlich etwas älter war als Emmi, und im Kinderwagen ein kleines Baby. Wir kamen ins Gespräch und es folgten die üblichen Fragen: “Was wird es denn?” “Wie lange noch?” usw. Als ich erzählte, dass ich bereits 3 Tage über Termin sei, kam wieder die übliche, leicht mitleidige Verwunderung, die ich schon seit 1 1/2 Wochen um mich herum verspürte.
“Und da hast du immer noch Geduld?”
Ähm, ja. Was bitte hätte ich denn tun sollen? Ohne triftigen Grund einleiten lassen? Nein, danke.
Und als ich dann noch erzählte, dass ich bereits Wehen im 10min-Abstand hatte, war das Staunen noch größer.
“Und da geht seid ihr noch hier?”
Ja, wo denn sonst?
Ich hingegen (und Steffen auch) sah das alles vollkommen gelassen. Das einzige was mich die letzten Tage beunruhigt hatte, war die Unruhe und Ungeduld der anderen, wovor ich mich einfach so gut wie möglich versuchte abzuschotten. Anrufe nahm meistens auch nur noch Steffen entgegen.

 

Das Kind würde mir schon nicht einfach “da unten rausfallen”. Ein Handy und meine Kreißsaaltasche hatten wir für den “Notfall” immer dabei. Was bitte sollte also passieren?
Zuhause angekommen verlief der Tag weiterhin wie immer. Beim Fernsehen abends stoppte ich dann auch noch mal die Wehenabstände und war fast ein wenig enttäuscht, denn sie waren wieder sehr unregelmäßig und die Abstände im Schnitt fast 9min lang.

 

Wir gingen schon um 10 ins Bett. Doch ich konnte beim besten Willen nicht einschlafen. Die Wehen waren doch zu präsent und ich musste mich aufs Veratmen und Entspannen konzentrieren. Ich versuchte ganz bewusst die HypnoBirthing-Techniken anzuwenden, kam im Liegen damit aber überhaupt nicht klar, weil es im Blasenbereich schon wieder so stach.

 

Sonntag, 14.9.2014:

 

Um ca. 1 Uhr stand ich schließlich auf und weckte Steffen sanft. Als er zu sich gekommen war, beratschlagten wir uns und beschlossen, dass wir Steffens Eltern anrufen, auf dass sie zu uns fahren. Selbst wenn sich später im Krankenhaus herausstellen sollte, dass es noch viel zu früh war, so konnten wir uns dort immer noch ins Familienzimmer einquartieren. Zumindest hatte ich nicht mehr diese doch latente Ungewissheit im Hinterkopf, ob das alles mit dem Babysitter für Emmi reibungslos klappt. Steffens Mama war sogar noch nicht mal eingeschlafen. Die beiden machten sich auf den Weg und wir setzten uns erst mal ins Wohnzimmer.
Ich machte es mir auf der Couch bequem. Ein Kissen im Lendenwirbelbereich, damit ich leicht nach hinten gelehnt sitzen konnte, ein Kissen im Nacken, die Beine lang, den linken Fuß auf dem Boden, den rechten auf einem niedrigen Hocker abgelegt und bis zur Hüfte mit einer Kuscheldecke zugedeckt. In dieser Haltung verbrachte ich an die 3 Stunden und veratmete Wehe um Wehe. Zwischendurch reichte mein Mann mir immer mal wieder meine Tasse Himbeerblättertee. Bei jeder Wehe merkte ich, welchen Einfluss meine An- oder Abwesenheit von Angst vor Schmerzen auf den tatsächlich empfundenen Schmerz hatte. Blendete ich diese Angst bzw. Abneigung komplett aus und akzeptierte es einfach (ändern konnte ich ja eh nichts daran) und konzentrierte mich ganz darauf, meinen Körper und ganz besonders meinen Beckenboden und meinen ganzen Unterleib zu entspannen, dann war da tatsächlich überhaupt kein Schmerz(!) sondern nur ein starker Druck nach unten. Ein unglaublich faszinierendes Gefühl. Ich kam mir fast ein wenig so vor, als wenn ich mich als Außenstehende selbst beobachtete. Schließlich war meine Entspannung so groß, dass ich in eine Art Trance verfiel und mich in einem Zustand wie kurz vor dem Einschlafen befand – immer noch gewahr der Dinge, die um mich herum passierten (Steffens Tippen auf dem iPad, das Ticken der Uhr) aber alles irgendwie weiter weg. Wie sehr hatte ich mir genau das gewünscht: die Eröffnungsphase der Geburt noch zuhause in vertrauter Umgebung erleben zu dürfen. Und nun war es Wirklichkeit und ich fühlte mich einfach nur wohl, und meine Vorfreude auf unseren Schatz stieg von Wehe zu Wehe.

 

Um halb 4, als ich bereits wieder “aufgewacht” war, kamen schließlich Steffens Eltern an. Die staunten nicht schlecht, als sie mich ruhig und entspannt und nur gelegentlich tief auf “fff” ausatmend in der Sofaecke sitzen sahen. (Mit der lautlosen HypnoBirthing-Atemtechnik kam ich nicht klar, und das fff-Ausatmen ist bei mir schon durch jahrzehntelange Gesangserfahrung intus.) Ich beschloss noch mal ein Heublumendampfbad zu nehmen und sagte Steffen, dass er danach dann dem Krankenwagen rufen könne. (Wir haben kein Auto und der Transport war ein vom Krankenhaus angepriesner, kostenloser Service.) Steffens Eltern sollten ruhig erst einmal wieder ins Bett gehen, denn unsere Große würde es am Morgen herzlich wenig interessieren, ob Oma und Opa geschlafen hatten oder nicht. ;-)

 

Als ich mit dem Dampfbad fertig waren, rief ich als allererstes noch einmal im Kreißsaal an. Beim Infoabend wurde nämlich gesagt, dass es ganz praktisch sei, wenn die diensthabenden Hebammen schon mal die Akte heraussuchen könnten. Da ein ausführliches Anmeldegespräch einige Wochen vor dem errechneten Termin für die übrigens rein hebammengeleiteten Geburt stattgefunden hatte, bei dem ich viele Wünsche und Ängste äußerte, die alle notiert worden waren, war diese Akte auch ziemlich wichtig.
Und wer meldete sich da im Kreißsaal? Die Nachsorgehebamme einer guten Freundin, die 6 Wochen vor mir eine Tochter im selben Krankenhaus zur Welt gebracht und auch schon einen 6 Wochen älteren Sohn als unsere Emmi hat. Und das Amüsanteste daran: Die Freundin hatte mir wenige Tage zuvor erst erzählt, dass sie ihrer Hebamme scherzhaft gesagt hatte, falls sie zufällig Dienst haben sollte, wenn ich dort auftauche, solle sie mich ja gut behandeln.

 

Anschließend rief Steffen bei der 19222 an. Dort meldete sich die Leitstelle in Hamburg, die aber nichts von einem sogenannten “Baby-Taxi” zu unserem Krankenhaus wussten. Mein Mann wurde weiter verbunden und gelangte dabei schließlich an die Notrufzentrale, also die 112, im Nachbarort. Der Mann am anderen Ende war nicht all zu erfreut darüber, dass wir nun unfreiwillig bei ihm gelandet waren, aber er meinte schließlich, dass wir ja nichts dazu könnten, ich Wehen hätte und wir ja nun mal jetzt einen Transport bräuchte. Er schicke einen Krankenwagen vorbei. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass meine Wehen zu dem Zeitpunkt im regelmäßigen 3 Min-Takt kamen? ;-)

 

Etwa eine Viertelstunde später, um halb 5 war der Krankenwagen da, und am Steuer saß genau der Rettungsassistent, der auch schon genau die 2 Male zuvor, an denen wir jemals einen Krankenwagen gebraucht hatten, am Steuer gesessen hatte. Wie schön, dass es dieses Mal einen erfreulichen Anlass gab.

 

Auf der Fahrt stellte mir der 2. Rettungsassistent unentwegt Fragen, während ich immer mal wieder meine Wehen veratmete und dabei seitlich liegend ganz schön durchgeschüttelt wurde. Grelles Licht schien von der Autodecke auf mich herab. Eine total seltsame Situation, aber ich sagte mir, dass wir ja bald da seien. Und was mir auch noch die ganze Zeit durch den Kopf ging war: “Hoffentlich denken die jetzt nicht, wenn ich hier so ruhig meine Wehen veratme, dass ich ein Hypochonder bin.” Doch allein die Aussage, dass ich so durchgeschüttelt wurde, weil “der Kollege sich beeile” und die Frage, warum ich denn nicht bei 10 Minuten Wehenabstand bereits den Krankenwagen gerufen hätte, relativerten meine Befürchtung, nicht ernst genommen zu werden im Nachhinein betrachtet dann doch etwas

 

Wir kamen im Krankenhaus an, wurden von Anna begrüßt und ich wurde mit der Bahre bis in den CTG-Raum geschoben. Dort angekommen verabschiedeten wir uns vom Krankenwagenpersonal und ich ging erst mal alleine wieder zu Fuß fast zurück bis zur Eingangstür zur Toilette und von da wieder zurück in einen den Kreißsäle. Ich fand das ja sowas von übertrieben, dass ich da durch die Gegend geschoben wurde, aber gut: ein Liegendtransport bringt nun mal mehr Geld ein. ;-) Egal. Hauptsache, wir waren angekommen. Und meine Freude darüber, dass Anna Dienst hatte, war riesengroß. Sie war vermutlich etwa so alt wie ich und machte auf Anhieb einen sehr aufgeschlossenen, unkomplizierten, fröhlichen Eindruck. Und sie erinnerte sich natürlich auch an die Ankündigung meiner Freundin, dass da eventuell eine Anne auftauchen könne. Es war eine herrlich ungezwungene Stimmung und wir lachten sehr viel. Im Kreißsaal fragte mich Anna, ob es ok sei, wenn sie mal meinen Muttermund untersuche um zu sehen, “wie weit” wir denn seien. Darauf war ich selbst ehrlich gesagt gespannt wie ein Flitzebogen. Aber ich rechnete auf Grund der leidlichen, langwierigen Einleitungserfahrung bei Emilias Geburt und da ich ja bisher eigentlich noch praktisch keinerlei Schmerzen gehabt hatte, mit gar nichts, außer einem Einzug ins Familienzimmer auf der Wöchnerinnenstation und viel Wartezeit. Doch was Anna dann schmunzelnd sagte, ließ mich fast ausflippen vor Freude: “Tja Anne, ich würde sagen, das Schlimmste hast du schon geschafft. Der Muttermund ist jetzt bei 8 Zentimetern.” Irre. Das konnte doch gar nicht sein? Was war denn daran bisher schlimm gewesen? Die Stimmung wurde immer ausgelassener und ich vergoss ein paar Freudentränen. Anna schloss mich derweil ans CTG an – mit Telemetrie, sodass ich mich frei bewegen konnte – und meinte: “Du wolltest doch eine Wassergeburt, oder? Ich lass dann schon mal derweil das Wasser in die Wanne ein.” Unglaublich. Einfach nur unglaublich. Ich hatte damit gerechnet, dass es noch ewig dauern würde und nun durfte ich schon direkt in die Wanne. Aber im Hinterkopf arbeitete es trotzdem still, heimlich und leise weiter. “Wie lange durfte man noch mal so im Schnitt in der Wanne bleiben? Hoffentlich ist das jetzt nicht zu früh, sodass ich dann vorzeitig aus der Wanne muss.” Ich war trotzdem komplett in einem Endorphinrausch. Die Wanne! Ich durfte tatsächlich in die Wanne – etwas, dass mir bei Emilias Geburt ganz plötzlich und ohne triftigen, medizinischen Grund unter den schmerzhaftesten Wehen der gesamten Geburt verwehrt worden war und mich stimmungsmäßig unglaublich runtergezogen hatte. Und diesen für mich persönlich riesengroßen Meilenstein hatte ich jetzt einfach mal so zwischen Einkaufen gehen, Eisessen und Heublumendampfbad geschafft.

 

Und was soll ich sagen, die Wanne war einfach himmlisch! Zwar war der Stöpsel am Tag zuvor erst mit der Wäsche verloren gegangen und ein Handtuch musste diesen jetzt ersetzen und waberte wie ein Gespenst neben mir unter Wasser umher, aber ich fand das alles nur noch um so lustiger. Die Wärme des Wassers jedenfalls tat super gut. Nach einer Weile wurde es mir allerdingsregelrecht heiß . Mir lief der Schweiß nur so von der Stirn. Aber da sowieso ständig Wasser aus der Wanne ablief, weil der improvisierte Stöpsel natürlich nicht komplett dicht hielt, ließ Steffen immer mal wieder kühleres Wasser einlaufen. Unterdessen veratmete ich weiter konzentriert, aber trotzdem entspannt und lächelnd meine Wehen und genoss die Vorfreude darauf, dass wir schon ganz bald unser 2. Kind in den Armen halten würden. Bis dahin hatte ich noch so überhaupt nicht damit gerechnet, dass das noch am selben Tag der Fall sein würde, aber so langsam wurde es mir immer bewusster. Und welche Ironie wieder einmal: bei selbigem Spielplatzbesuch mit schon erwähnter Freundin hatten wir herumgewitzelt, wann unser “Krümelchen” sich denn nun wohl auf den Weg machen würde. Ich meinte, dass der 14. doch ein sehr schönes Datum sei, weil unsere Große ja auch am 14. (November) geboren ist. Und meine Freundin entgegnete darauf nur schmunzelnd: “Ok. Also kommt euer Baby am 14.. Abgemacht! Das merke ich mir.”

 

Dann passierte etwas, was ich so überhaupt nicht mit “eingeplant” hatte: Schichtwechsel! Dass ich daran nicht gedacht hatte! Ich merkte, wie meine euphorische Stimmung ein Stück gen Teppich der Tatsachen absackte. Die “neue” Hebamme machte jetzt zwar auch einen sympathischen Eindruck, aber ich kannte sie noch so überhaupt nicht, und ich hatte mich innerlich doch auch auf Anna eingestellt und gefreut. “Wie blöd von mir!” dachte ich, und versuchte mich wieder auf mein Inneres zu konzentrieren. Es musste ja nun mal weitergehen.

 

Die neue Hebamme namens Magda untersuchte noch einmal meinen Muttermund und schloss mich nach einer Weile noch einmal in der Wanne per Telemetrie ans CTG an, um zu schauen, oh es Baby gut ginge. Wieder einmal schlief unser Krümelchen, so wie es das auch schon die beiden Male bei der Routine-Kontrolle am errechneten Termin, sowie 2 Tage danach und auch beim 1. Geburts-CTG im Kreißsaal gemacht hatte. Jedes Mal musste die Hebamme meinen Bauch schütteln bzw. ich musste mich bewegen, damit Baby aufwacht. Aber jedes Mal war auch alles in bester Ordnung gewesen. Krümelchen war eben genauso tiefenentspannt wie seine Mama. ;-)
Dann bekam ich plötzlich einen Bärenhunger. Ich fragte Magda, ob sich um diese Uhrzeit (es war ja schon früh morgens) von irgendwo ein trockenes Brötchen auftreiben ließe. Da jedoch vermutlich durch den Schichtwechsel im Hintergrund noch einiges Organisatorisches ablief, was wir nicht mitbekamen, geriet dieser Wunsch zunächst wieder in Vergessenheit.

 

Beim Blick auf die CTG-Kurven dann schließlich eine Hiobsbotschaft: Magda meinte, dass wir die Fruchtblase öffnen müssten, weil Babies Herztöne unter den Wehen immer etwas absackten. Unterdessen hatte sie den Dopplerkopf bereits ganz tief unten an meinem Bauch angebracht und er drückte mir bei jeder Wehe unangehm auf meine Blase. Das störte mich ziemlich, aber ich nahm es hin. Was ich jedoch nicht hinnehmen wollte, war der Vorschlag, die Fruchtblase zu öffnen. Ich wollte doch dieses Mal eine komplett natürliche Geburt, solange es keinen wirklich triftigen, medizinischen Grund für einen Eingriff gab. Magda schlug vor, die 2. diensthabende Hebamme dazuzuholen, da sie ein Ablehnen eines vorgeschlagenen Eingriffs nicht alleine absegnen dürfe. Als sie wieder zurück in den Kreißsaal kam, brachte sie auch gleich ein reich gedecktes Frühstückstablett mit dem heiß ersehnten Brötchen mit. Und die zweite Hebamme war für mich ein bereits bekanntes Gesicht. Sie hatte die Kreißsaal-Infoveranstaltung geleitet, als ich Wochen zuvor vor der Entscheidung stand, in welchem Krankenhaus ich denn nun mein Baby zur Welt bringen möchte. Bei der Kreißsaal-Führung fand ich die Hebamme sehr sympathisch. Wie sie nun aber so neben der Wanne stand und in Anbetracht der ganzen verzwickten Situation wirkte sie plötzlich ernst und streng, besonders, als sie ebenfalls zu dem Schluss kam, dass die Fruchtblase nun geöffnet werden müsse. Auch auf die Nachfrage, ob es denn medizinisch wirklich notwendig wäre, blieb sie bei ihrem “Ja”. Ich war hin- und hergerissen. Wenn es wirklich so unabdingbar wichtig war, wieso blieben dann alle weiterhin ruhig und abwartend? Und wieso hatte ich immer noch das sichere Gefühl, dass es meinem Baby gut ging und alles ok war? Täuschten mich jetzt plötzlich mein Mutterinstinkt, auf den ich mich die komplette Schwangerschaft hatte hundertprozent verlassen können – ausgerechnet zum Ende der Geburt? Andererseits wollte ich meinem Schatz natürlich auch keinen Schaden zufügen. Ich sah meinen Mann hilflos an und er deutete meinen Blick genau richtig. Er machte exakt das, was wir viele Male zuvor zuhause esprochen hatten: er war mein Anwalt, fragte nach und ließ sich alles ganz genau erklären.

 

In dieser Zeit machte ich das einzige, was mir in diesem ansatzweise verzweifelten Zustand einfiel: ich sprach zu meinem Baby in meinem Bauch, streichelte meine noch wunderschöne Kugel und sagte laut: “Hey Krümelchen, bald haben wir es geschafft. Bald können wir uns sehen. Dieses kleine Bisschen schaffen wir jetzt auch noch zusammen, ok?” Wieder kam eine Wehe, und was ich dabei spürte, war unglaublich. Die Wehe und der Druck nach unten waren plötzlich deutlich stärker als zuvor. Und ein Blick auf das CTG verriet auch warum: Krümelchen war aufgewacht! Die Herztöne waren wieder mustergültig. Ich fühlte so eine unbeschreibliche Verbundenheit zu meinem Baby, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann und dass mir beim Schreiben jetzt schon wieder die Tränen kullern. Der Mutterinstinkt ist definitiv kein Mythos. Daran habe ich bis dahin schon fest geglaubt, aber seit diesem Zeitpunkt weiß ich es (zumindest für mich persönlich) ganz sicher.Kaum war die Gewissheit da, dass alles gut war, meldete sich mein Hunger wieder. Ich sagte, dass ich nun unbedingt noch eine Stärkung bräuchte, bevor es nun “richtig losginge”. Steffen hielt mir also das Brötchen hin und ich biss noch einmal kräftig ab. Die nächste Wehe kam, und ich biss noch einmal ab. Mit der darauffolgenden Wehe passierte schließlich etwas, was so etwas wie die Bestätigung, gewissermaßen das Siegel dafür war, dass wir alles richtig gemacht hatte: mit einem für mich innerlich sehr deutlich spürbaren Ruck und “Knack” und einem fast explosionsartigen Schwall, der sogar das Wasser aus der Wanne herausschwappen ließ, platzte die Fruchtblase. Was für eine Naturgewalt! Das alles kam so plötzlich, dass ich mich richtig erschrak und mit meinem Atem für einen Moment völlig aus dem Rhytmus kam und fast hyperventilierte. Die Hebammen sagten etwas von “Laaange ausatmen” und Atemzug um Atemzug beruhigte ich mich wieder. Und dann war er plötzlich da, der Drang zu Pressen. Ich weiß, dass bei der Hypnobirthing-Technik nicht gepresst, sondern das Kind nach unten geatmet wird, doch ich konnte mir das auch schon beim Lesen des Buches überhaupt nicht vorstellen, wie man diesem Drang widerstehen kann. Als dann noch die Hebammen sagten, ich solle jetzt mitpressen und ich dieser unendlich großen Versuchung erlag, gab es schließlich kein Halten und kein Zurück mehr. Mit der nächsten Wehe war auch schon das Köpfchen sichtbar. Ich tastete danach, wie ich es auch bei Emmis Geburt getan hatte, und spürte weiche, schleimverschmierte, warme Haare. “Wieder so viele Haare, wie bei Emilia!” sagte ich halb lachend, halb außer Atem und mit ganz viel unbeschreiblicher Freude.Diese letzte Phase der Geburt war die einzige für mich wirklich schmerzhafte, aber sie war nicht so schmerzhaft, dass ich mich davon völlig überrumpelt fühlte. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wieviel Wehen ich pressen musste, aber ich und auch mein Mann schätzen, es waren nach dem Blasensprung nicht mehr als 3 oder 4, da war Krümelchens Köpfchen geboren. Ich streichelte unter Wasser die nun eindeutig fühlbare Haarpracht und rief euphorisch irgendetwas wie “Gleich ist unser Baby da. Gleich haben wir es geschafft.” Im Augenwinkel sah ich, wie Magda mit beiden Händen im Wasser war und irgendetwas am Baby machte. Für einen ganz kurzen Moment war ich irritiert. Wollte sie jetzt bei der nächsten Wehe “mithelfen”, die Schultern zu gebären? Bei den Nachbarn meiner Eltern hatte es eine Hebamme dabei “geschafft”, so unglücklich an den Armen zu ziehen, dass der Sohn seitdem einen irreversibel gelähmten Arm hat. Ich schob dieses Horrorszenario schnell beseite, denn die nächste Wehe war schon auf dem Weg. Und dann war es so weit. Der Moment der Momente war tatsächlich da: Unser Krümelchen war geboren und wurde mir direkt auf die Brust gelegt. Die Hebammen schnitten mir den Gurt unter dem die CTG-Fühler geklemmt hatten durch und zogen ihn unter meinem Baby hervor, damit wir kompletten Hautkontakt haben konnten. Dann schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit der erlösende erste Schrei – noch etwas heiser, aber er wahr da. Ich streichelte die Haare, den Körper, beschnupperte und küsste den noch ganz glitischigen, nassen Kopf und verspürte ein Feuerwerk der Endorphine, wie ich es noch nie zuvor in meinem Leben erlebt hatte. Auch mein Mann streichelte unser kleines Wunder und wir bemerkten gleichzeitig die schon komplett rosige Haut. Emilia sah nach der Geburt schon wirklich super aus und hatte lediglich leicht bläuliche Händchen, aber dieser kleine Mensch sah aus, wie ein toppfittes, fertiges Baby, im Vergleich zu Emmi aber unglaublich zart und zerbrechlich – kein Wunder bei einer 4325g schweren Schwester. ;-)
Aber was war nun eigentlich los, als Magda kurz vor der Geburt der Schultern ihre Hände unter Wasser hatte? Sie hatte nichts anderes gemacht, als schnell die Nabelschnur, die sich einmal um den Hals unserer Krümelchens geschlungen hatte, abzuwickeln. Um mich jedoch nicht unnötig zu beunruhigen, hatte sie extra während der Geburt nichts dazu gesagt, sondern – in diesem Fall goldrichtig – einfach gemacht.

 

Schließlich kam Magda mit Klemme und Schere – wieder einmal so ein kurzer Schreckensmoment für mich. “Ist denn die Nabelschnur schon komplett auspulsiert?” fragte ich hastig. Bei Emilia ging das alles so blitzschnell, dass nicht mal mein Mann die Chance hatte, die Nabelschnur selbst durchzuschneiden, geschweige denn zuvor ein Veto einzulegen. Doch Magda fühlte noch einmal an der Nabelschnur und beruhigte mich: “Ja, kein Puls mehr.” Sie setzte die Klemme und gab Steffen die Schere in die Hand. Ein kleiner Schnitt für die Menschheit, aber ein ganz großer für Mama und Papa.

 

Während das Wasser aus der Wanne abgelassen wurde und Steffen und ich noch mit Kuscheln beschäftigt waren, waren die Hebammen im Hintergrund bereits damit beschäftigt, die Formalitäten zu erledigen, was ich gar nicht richtig mitbekam. Und plötzlich stand DIE Frage im Raum, die uns 9 Monate zuvor ständig gestellt worden war: “Was ist es denn nun eigentlich?” Wir hatten uns ja überraschen lassen und fanden diese Frage die komplette Schwangerschaft über schon “unnötig”. Hauptsache es wird ein gesundes Baby. Und ein wenig Überraschung ist bei einer zweiten Schwangeschaft ja auch nicht verkehrt. ;-) Trotzdem hatte ich mir schon den Moment ausgemalt, an dem der berühmte Satz “Herzlichen Glückwunsch, es ist ein…” fallen würde. Doch wie unwichtig das angesichts dieses Wunders war, dass sich da gerade ereignet hatte, wurde jetzt erst richtig deutlich. Eine der Hebammen hob schließlich kurzerhand den Popo des neuen Erdenbürgers hoch und löste das Rätsel: “Ein Junge! Es ist ein Junge!”

 

Wir hatten einen Jungen – erst eine Traumgeburt, dann auch noch Klischeefamilie pur. Ich hatte innerhalb der letzten 48 Stunden sämtliche Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke meines restlichen Lebens vorträglich bekommen. Und dass man dann doch nicht ganz frei von innerlichen, versteckten Erwartungshaltungen ist, wurde mir in diesem Moment bewusst. Ich hatte doch mehr, als ich es mir eingestanden hatte, mit einem Mädchen gerechnet, nicht aus dem Wunsch heraus, noch ein Mädchen “haben zu wollen” – im Gegenteil, die Klischeefamilienkonstellation erschien mir schon sehr verlockend ;-) – sondern schlichtweg deswegen, weil viele zuvor gemeint hatten, dass aufgrund dessen, dass meine Schwangerschaft physisch und psychisch so anders verlief, als die vorherige, es ein Junge sein müsse. Dieses Klischee konnte ich als auf- und abgeklärter Mensch so natürlich aus Prinzip nicht stehen lassen. Ganz zu Anfang hatte ich sogar selbst (grundlos) auf einen Jungen getippt. Aber da ich mir bei Emilia anfangs auch sooo sicher gewesen war, dass es ein Junge wird, sagte ich mir einfach: diese Mal wird es bestimmt wieder ein Mädchen. Unser Überraschungsbaby entpuppte sich für mich also als tatsächliche Überraschung. ;-)Während wir immer noch völlig überwältigt waren von unserem zweiten Baby, wurden wir dann kurz wieder in die Realität zurückgeholt. Die Plazenta musste sich ja noch auf den Weg machen. Doch die hatte sich, ohne dass ich das Geringste davon mitbekommen hatte, in der Zwischenzeit von selbst gelöst und lag bereits am Gebärmutterausgang. Noch ein einzige Mal musste ich ganz leicht drücken und schon war sie da in ihrer ganzen Pracht. Und das Wörtchen “ganz” sollte in diesem Fall auch wirklich ernst genommen werden, denn mein Mann meinte im Nachhinein, dass der Mutterkuchen bei Emilias Geburt ganz anders ausgesehen hätte – irgendwie zerfetzt. Ich selbst hatte das alles gar nicht zu Gesicht bekommen, so schnell war sie auch schon im Müll verschwunden, dabei war ich so neugierig, wie dieses Ding, dass mein Baby da 9 Monate versorgt hatte, aussah. Deshalb rief ich dieses Mal auch gleich: “Kann ich sie bitte mal sehen?” Und so zeigte und erklärte uns Magda ausführlich, wie die Plazenta an der Gebärmutterwand gesessen hatte, dass sie innen mit einer Haut abgeschlossen war usw.. Es klingt vielleicht lächerlich, aber für mich war das ein weiterer wichtiger Schritt, mein Trauma der ersten Geburt zu verarbeiten und ein Stück auszugleichen.Dann sollte ich aufstehen. Mein Mann nahm unseren Sohn in Empfang, der noch einmal in ein frisches, mollig warmes Tuch gewickelt wurde, und ich kam mir derweil vor wie ein gestrandeter Wal. Wenn man mehr als 2 Stunden fast schwerelos in einer riesigen Badewanne planschen darf und dann noch körperlich gesehen gerade einen Marathon gelaufen ist, irgendwie nicht verwunderlich. ;-)Ich wurde mit einigen Handtüchern bedeckt und vorsichtig die paar Schritte in den Nachbarkreissaal geführt. Zuvor wurde mir schon eröffnet, dass ich wohl entlang der alten Dammschnittnaht gerissen sei und einen Scheidenriss hätte, die genäht werden müssten. Doch trotz allem durften Steffen und ich uns erst einmal auf das große Geburtsbett legen und wurden dann in Ruhe gelassen. Uns wurde ausgiebig Zeit gegeben um Adrian zu beschnuppern, zu befühlen und v.a. ihn zum ersten Mal meine Brust suchen zu lassen. Schon nach einer Viertelstunde trank er seine erste wertvolle Muttermilch. Ich war irgendwo in einem wunderschönen Traum, der immer wieder neue tolle Highlights für mich bereits hielt. Ich wurde nicht wie bei Emilias Geburt sofort erst mal genäht, sondern uns wurde Zeit zu dritt gegeben. Adrian durfte nicht wie Emilia erst 2h nach der Geburt zum ersten Mal an meine Brust, sondern innerhalb der ersten Stunde nachdem er das Licht der Welt erblickt hatte, als er noch wach und aufmerksam von all dem Adrenalin und den Enorphinen war, die Mamas Körper unter den Wehen so produziert und über die Nabelschnur an ihn weitergegeben hatte, damit auch er richtig bei seiner Geburt mithelfen konnte. Genau so hatte ich es mir gewünscht. Und so war es in diesem Krankenhaus sogar der Standard, weil ich mich dieses Mal für ein von der WHO als “babyfreundlich” zertifiziertes Krankenhaus entschieden hatte. Für mich definitiv die richtige Wahl! Ich war einfach nur überglücklich.
Doch ein letztes Mal musste ich dann doch noch zurück in die Realität. Ich weiß leider nicht mehr wann, aber nach einer ganzen Weile der Ruhe und des Kennenlernens kam schließlich eine sehr nette Ärztin in den Kreißsaal. Ich erklärte ihr sofort, dass ich eine Spritzenphobie und auch ziemlichen Bammel vor dem Nähen hätte und kam mir dabei total dämlich vor. Da hat man gerade eine Geburt hinter sich, und dann jammert man wegen ein paar kleiner Piekse herum. Doch die Ärztin war voller Verständnis und meinte, dass das ganz normal sei, dass man nach einer Geburt auch irgendwann mal genug habe. Ich solle mich melden, wenn es irgendwo zwickt. Sie würde dann sofort noch mal betäuben. Und da sie mich dann auch gleich noch in eine Gespräch verwickelte, war alles gar nicht so schlimm, wie es mir erst erschien.

Danach wurden wir noch einmal alleine gelassen, bevor schließlich Magda wieder in den Kreißsaal kam, um die Erstuntersuchung, den sogenannten Apgar-Test an Adrian vorzunehmen und ihn zum ersten Mal zu wiegen und zu messen. Währenddessen war Steffen die ganze Zeit bei ihm. Anziehen und wickeln durfte er ihn selbst. Und ich konnte alles vom Geburtsbett aus liegend beobachten und merkte nun das erste Mal, dass, auch wenn es eine vergleichsweise leichte Geburt gewesen war, mich nun doch die Müdigkeit übermannte.

 

Anschließend kümmerte sich Magda um mich, half mir beim Anziehen und Aufstehen und ich durfte mich in einen bequemen Rollstuhl setzen.
Mit einer riesen Portion Stolz in der Brust, dem kleinen 3410g schweren und 55cm großen Bündel namens Adrian Michael auf dem Arm und Steffen an meiner Seite wurde ich zum Fahrstuhl und schließlich in unser Familienzimmer geschoben. Ich muss dabei gegrinst haben wie ein Honigkuchenpferd.

“Ein Hoch auf das, was vor uns liegt
Dass es das Beste für uns gibt
Ein Hoch auf das, was uns vereint
Auf diese Zeit (Auf diese Zeit)
Ein Hoch auf uns (uns)
Auf dieses Leben
Auf den Moment
Der immer bleibt
Ein Hoch auf uns (uns)
Auf jetzt und ewig
Auf einen Tag
Unendlichkeit
Ein Hoch auf unsEin Feuerwerk aus Endorphinen
Ein Hoch auf uns
Ein Feuerwerk zieht durch die Welt
Ein Hoch auf uns
So viele Lichter sind geblieben
Auf uns”

 

 – Aus dem Song “Auf uns” von Andreas Bourani
(Quelle: http://www.songtexte.com/)

Herzlichen Dank an alle Beteiligten,
ganz besonders an meine Vor- und Nachsorgehebamme Elke, die mich immer wieder aufgebaut und daran erinnert hat “mal Omm zu machen”, wenn meine Umwelt es dann doch geschafft hat, an meiner Tiefenentspanntheit zu rütteln, 
meine Schwiegereltern, die unsere Große betreut und uns wunderbar in den ersten Tagen unterstützt haben,
meine Eltern, die so sehr mitgefiebert und für uns gebetet haben, 
unsere Nachbarin Steffi, die immer ein offenes Ohr für mich hat, für den Fall der Fälle auch als Emmi-Sitterin bereit stand und die mich mit “ihrer” HypnoBirthing-Idee angesteckt hat,
der Hebamme Anna, die uns so herzlich und fröhlich empfangen und mir damit einen ganz großen Endorphinschub für die Geburt mit auf den Weg gegeben hat,
den Hebammen Magda und Astrid, die nicht einfach nur “gemacht” haben, sondern auf unsere Wünsche eingegangen sind und uns alles erklärt haben,
der diensthabenden Ärztin, deren Namen ich leider nicht mehr weiß (Schwangerschafts-/Stilldemenz ahoi!), die mir aber ein großes Stück Angst vor dem Nähen nehmen konnte,
den Kinderkrankenschwestern und Hebammen, die uns auf der Wöchnerinnenstation mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben,
und natürlich meinen Mann, meine große Liebe, mein Gefährte, Anwalt und Fels in der Brandung, ohne den dieses unvergessliche Erlebnis nicht Realität geworden wäre.

Von ganzem Herzen Danke!
Zu HypnoBirthing:
Das Buch, mit dem ich “gearbeitet” habe, findet ihr hier, wobei ich mich nicht streng an die Übungen gehalten und auch nicht täglich zu einer festen Zeit geübt habe. Ich habe es einfach ganz entspannt und unverbindlich in meinen Alltag, mein Denken und mein Tun einfließen lassen und bin unter der Geburt super damit zurecht gekommen. Die gefürchtete, sonst so schmerzhafte “Übergangsphase” hatte ich übrigens überhaupt nicht.

11 Kommentare

  1. Huhu Anne!
    Dein Beitrag hat mich beinahe zu Tränen gerührt, vielen Dank dafür. Ganz besondere Glückwünsche zum Sohn und besonders zu der tollen Geburt. Ich freue mich wirklich sehr für euch! Hoffentlich darf ich den Kleinen demnächst mal bestaunen. ;-)
    Alles Liebe,

    Alisa

  2. Glucke und So

    Ich musste beim Lesen gerade weinen, du hast die Geburt so live beschrieben dass ich wirklich dabei war und es ist soooo toll, das es ein wunderschönes Erlebnis für euch alle war.

    Dani

  3. Liebe Anne,

    Was für ein wunderschöner Geburtsbericht :) ich finde es wunderbar, dass du dich durch den ganzen Krankenhaustrouble gar nicht aus dem Konzept bringen lassen.
    Du hast ja schon so viele Parallelen zwischen unseren Geburten aufgezählt, eine habe ich noch gefunden: meine Hebamme hieß auch Anna und auch sie war einfach ein Schatz :)

    Liebe Grüße
    Susanne

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