C-A-F-F-E-E und politische Korrektheit am Frühstückstisch

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Allgemein, Kritik, Leben mit Kindern

Wie jeden Morgen saß ich auch heute mit meiner Tasse Kaffee beim Frühstück. Meine Tochter stellte fest: “Akkee” (Kaffee). Darauf hin forderte sie: “Emmi [auch]!”. Da fiel mir plötzlich der alte Kanon wieder ein und ich begann zu singen:

“C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee.
Nichts für Kinder ist der Türkentrank,
schwächt die Nerven, macht dich blass und krank.
Sei doch kein Muselmann, der das nicht lassen kann.”

Emilia fand es natürlich großartig – Musik am Frühstückstisch! “Ommaaal!”, rief sie gleich. Mir hingegen fiel auf, dass der Text heutzutage ja nicht mehr gerade politisch korrekt ist.
Darf man dieses Lied noch guten Gewissens singen? Was, wenn das Kind es dann irgendwann mal in der Öffentlichkeit zum Besten gibt? Natürlich sang ich “Türkentrank” und “Muselmann” (von Muslim) überhaupt nicht mit diskriminierendem, gar rassistischem Hintergedanken, so, wie es vermutlich mal gemeint war. Aber das weiß ja keiner, der es aus dem Munde meiner Tochter hört. ;-) Da ich ein sehr friedliebender Mensch bin, recherchierte ich also ein wenig im Internet und wurde fündig. Unsere neue, politisch korrekte Version lautet jetzt einfach:

“C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee.
Nichts für Kinder ist der schwarze Trank,
schwächt die Nerven, macht dich blass und krank.
Trink lieber Milch und Saft, weil das viel’ Kräfte schafft.

Emilia war es mit ihren 19 Monaten natürlich völlig egal, mit welchem Text ich das Lied sang. Hauptsache Mama macht Musik. Ein wenig muss ich mich zugegebenermaßen noch dran gewöhnen. Das ein oder andere Mal rutschte ich wieder in die alte Version. ;-) Aber zumindest kann ich so guten Gewissens diese, wie ich finde, wunderschöne Melodie an meine Kinder weitergeben.

Liebe Grüße,

Eure Änny

2 Kommentare

  1. Meine Version:

    “C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee.
    Nicht für Kinder ist der schwarze Trank,
    schwächt die Nerven, macht dich blass und krank.
    Sei doch kein Ottoman, der das nicht lassen kann.”

    Ottomanen = Osmanen, so bleibt noch der ursprüngliche Zusammenhang erhalten, ohne dass es sich fies anhört ;)

    • Mal abgegesehen davon, dass es sicherlich auch “Ottomanen” gibt, die überhaupt keinen Kaffee trinken. ;-) Daher die komplett umgedichtete Variante. Trotzdem natürlich herzlichen Dank für die Version und deinen Kommentar! :-)
      Liebe Grüße, Anne

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