New York, New York

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Life before kids, Reisen

Ich bin angekommen! Und der erste Tag ist für mich heute auch schon bald wieder vorbei, da ich bedingt durch den Zeitverschiebungsschlafmangel heute relativ zeitig ins Bett gehen werde. Ein wenig muss ich aber noch durchhalten. Im Augenblick ist es nämlich erst kurz nach sieben, also früher abend. Da werde ich mich wohl, nachdem ich diesen Blogeintrag verfasst habe, doch noch ein wenig in einen Pub hier direkt um die Ecke gehen und etwas trinken, auch wenn mir eigentlich viiiiel mehr nach Schlaaafen zumute ist :) Das Hostel, in dem ich leider nur die erste Nacht verbringe (morgen ziehe ich nach Manhatten um), liegt in Williamsburg in Brooklyn nahe der Bedford Avenue, der Hauptstraße Williamsburgs, an der viele kleine Geschäfte, Bars und Restaurants in hübschen, historischen, meist nur 3 bis 4-stöckigen Gebäuden mit den typischen schmiedeeisernen Feuertreppen zu finden sind. Würden über die Straße nicht Autos und Taxis von heute fahren, käme man sich fast vor wie in einem alten amerikanischen Schwarz-Weiß-Film. Mein Reiseführer meint, dass diese Ecke von NYC mittlerweile stark im Aufschwung ist und sich vor allem für Künstler zu einer echten Alternative zu Soho gemausert hat. Die Wohnungsmietpreise aber wohl leider auch! Das Hostel hier ist auch tatsächlich nicht eins der billigsten, aber es ist ruhig gelegen, gemütlich (Ikea lässt grüßen – die Vorhänge sind dieselben wie bei uns zuhause im Schlafzimmer, nur senfgelb, statt weiß), auf einem ausreichenden Level sauber, das Personal ist nett und es gibt Frühstück inklusive.
Mein Weg vom Fughafen bis hierher war allerdings nicht ganz so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte von einer Bekannten eine Liste mit den verschiedenen Transportmöglichkeiten vom Newark Airport bekommen und entschied mich für die zweitgünstigste, da die günstigste leider Gepäckgrößenbeschränkungen beinhaltete. So weit so gut… Am Airport ging’s aber schon los. Ich habe noch nie eine Stadt erlebt, die so schlecht ausgeschildert ist, wie NYC und Umgebung. Schon am Flughafen musste ich ständig nach den Schildern suchen und mich durchfragen. Als ich dann herausbekommen hatte, wo ein Bankautomat und der Bahnsteig der Airport-Schwebebahn zu finden sind, ging es weiter zum Airport Bahnhof, wo mir glücklicherweise ein Angestellter eine meiner 20 Dollar Noten wechseln konnte und mir auch noch gleich das richtige Ticket auf die Hand (mit 25 Cent Sympathie-Rabatt – „für Kaugummis“ ;)) verkaufte. Ab Newark Penn Station wurde es dann leider chaotisch. Durch eine falsche Info einer anderen Mitfahrerin bekam ich erst einmal die große Stadtrundfahrt. Leider unter der Erde. Eine andere Mitfahrerin sprach mich dann aber nach einem weiteren Mal Umsteigen an, weil ich wohl etwas hilflos aussah, durch meine Sucherei in Reiseführer & Co :) Sie sagte mir dann, wo ich am besten Austeigen könnte und brachte mich dann sogar noch persönlich zur nächsten richtigen U-Bahnhaltestelle. Eines muss man echt sagen: Die Leute hier sind super hilfbereit. Besonders die Schwarzen! Kein einziger Weißer hat mir geholfen – okay, der sogenannte PATH Train von Newark war auch eigentlich nur voll mit Schwarzen meiner Alterskategorie. Nach meiner kleinen Odysee kam ich dann schließlich doch noch endlich hier im Hostel an, auch wenn ich mich doch erst einmal an das Straßensystem mit Streets und Avenues gewöhnen muss. Besonders, wenn der Himmel wolkenverhangen ist und man sich nicht mal an der Sonne orientieren kann, ist es echt schwierig in die richtige Richtung zu laufen. Und warum sind U-Bahnhaltestellen hier eigentlich immer so gut getarnt??
Wo ich gerade schon beim Wetter war: als ich ankam traf mich außerhalb des Airport-Terminals erst einmal der Treibhaus-Schlag. Es ist super warm und super schwül hier, was dann am Nachmittag auch gleich erst mal für erst zaghaft einsetzenden, angenehmen Sommerregen, später dann aber zeitweise für einen richtigen Sturzbach sorgte. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich eigentlich Manhatten schon mal ein wenig erkunden. Da sich Hochhäuser im Regen aber nur mäßig gut betrachten lassen, weil man vom in die Luft gucken im Regen ins Gesicht bekommt oder aber der Schirm im Weg ist, endschied ich mich nach kurzer Zeit für einen Starbucks-Besuch. Die Preise sind hier echt dieselben wie in Deutschland. Vermutlich sogar etwas höher. Nachdem ich mir erfolgreich einen Grande Cafe Latte und ein Stück Marmorkuchen geordert hatte, war aber leider kein einzige Sitzplatz mehr frei und ich musste wieder raus in den Regen. Dieses Mal aber auch noch mit Kaffee in der Hand. Am Union Sq setzte ich mich dann auf eine noch einigermaßen trockene Bank unter einem einigermaßen schutzbietenden Baum. Zwei Bänke weiter saßen zwei Typen in meinem Alter die auch picknickten. Auf einmal quatschte mich der eine Typ an, ob ich ihm für 1 Dollar meinen Regenschirm, unter dem ich mittlerweile dann doch noch zusätzlich zum Baum saß, verkaufen würde. Ich meinte nur, dass ich den leider selbst bräuchte, aber damit war natürlich ein Anfang für einen Small-Talk gemacht. Er und sein Kumpel sind australische Musiker, die am Dienstag einen Gig in Manhatten haben. Er gab mir einen Flyer für das Konzert (Eintritt frei!), schenkte mir eine CD mit Demo-Aufnahmen der letzten internationalen Tour und gab mir noch die Visitenkarte seines Managers.
Die erste Blase habe ich mir übrigens auch schon (innerhalb von 2 Stunden Manhatten) gelaufen. Zum Glück habe ich ja Blasenpflaster dabei ;)

 Somewhere over the Rainbow… ähm… ich meine natürlich, Quebec ;)
Feuerleitern in Williamsburg
Bedford Avenue, Kreuzung N 6th Street

1 Kommentar

  1. Wow,nicht schlecht,Anne!Ich bin echt schon gespannt,was Du sonst noch so zu berichten hast und freu mich schon auf weitere Fotos^_^
    Viel Spaß weiterhin,
    Andrea

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