Südafrika – kurze Einführung

Südafrika – kurze Einführung


Südafrika liegt an der südlichen Spitze Afrikas und wird im Süden und Südosten vom Indischen Ozean und im Westen vom Atlantischen Ozean begrenzt. Im Norden grenzt Südafrika an die Länder Namibia, Botswana und Zimbabwe und im Nordosten an Mosambik. Das Königreich Lesotho liegt mitten im Gebiet Südafrikas als Enklave.

In Südafrika leben etwa 47 Millionen Einwohner, wovon ca. 10 % Weiße (Nachfahren niederländischer, deutscher, französischer und englischer Einwanderer) sind. 80 % sind schwarze Afrikaner aus verschiedenen Stämmen, wie Zulu, Xhosa, Swasi u.a. 10 % sind Coloreds, d. h. Farbige mit gemischten Vorfahren, zu ihnen zählen auch die Inder, die im 19. Jh. als Arbeiter für die Zuckerrohrernte oder Hänlder nach Südafrika kamen.

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Südafrika – kurze Einführung


Aufgrund der vielen verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen gibt es in Südafrika 11 offizielle Landessprachen, die wichtigsten davon sind Afrikaans und Englisch.

Im Land ist heute noch der Einfluß der Holländer und Engländer zu spüren, die seit dem 17. Jh. das heute zu Südafrika gehörende Gebiet kolonialisierten.

1961 wurde Südafrika eine unabhängige Republik. Bis Anfang der 90-iger Jahre herrschte im Land das von der weißen Minderheit gegründete System der Apartheid, welches das alltägliche Leben strikt nach Hautfarbe bestimmte und den schwarzen Teil der Bevölkerung diskriminierte. Die bekannteste Anti- Apartheid Bewegung ANC siegte schließlich und 1994, als Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt wurde, wurde die Apartheid gänzlich abgeschafft. Mandela war bis 1999 Präsident Südafrikas und gestaltete das Land völlig um, indem er sich sehr für den schwarzen Teil der Bevölkerung und für soziale Gerechtigkeit einsetzte. Er führte während seiner Amtszeit einen neue Verfassung ein, die den Bürgern Gleichheit, Schutz vor Diskriminierung und Menschenrechte garantierte.

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Südafrika – kurze Einführung


1999 übernahm der schwarze Afrikaner Thabo Mbeki das Präsidentenamt von Mandela.

Wirtschaftlich ist Südafrika ein sehr wohlhabendes Land, was besonders in den modernen Großstädten zu spüren ist. Das Land ist reich an Bodenschätzen, wie Gold, Diamanten und Erzen. Die Goldproduktion betrug zeitweise sogar bis 15 % der gesamten Weltgoldproduktion. Auch verschiedene Industriezweige wie die Metallverarbeitung, die Eisen- und Stahlindustrie, die Nahrungsmittelindustrie und die Autoindustrie sind hoch entwickelt. Auf dem Gebiet der Landwirtschaft ist Südafrika das drittgrößte Exportland von Agrarprodukten in der Welt.

Probleme gibt es immer noch mit dem viel schlechteren Lebensstandard der schwarzen Bevölkerung in den Townships. Die Differenz zwischen arm und reich im Land ist sehr groß. Hauptprobleme des Landes sind auch die hohe Kriminalitätsrate und Aids - es wird geschätzt, daß über 20 % der Bevölkerung infiziert ist, woran nach Schätzung im Jahre 2008 etwa eine halbe Million Südafrikaner sterben werden!

Interessant für den Tourismus ist Südafrika nicht nur wegen seines angenehmen subtropischen Klimas, sondern auch wegen der abwechslungsreichen Landschaftsformen, die von Wüste (Kalahari), Bergen (vor allem die sehr sehenswerten Drakensberge) bis zu Savannen reichen. Wenn Sie nach Kanada wollen, besuchen Sie: eta-kanada-visums.de

Fauna und Flora haben viel zu bieten, wovon man sich insbesondere in den Nationalparks überzeugen kann. So gibt es sehr viele verschiedene Antilopenarten, die "big fives" (Löwe, Leopard, Büffel, Elefant und Nashorn) sind auch hier zu Hause, weiterhin Zebras, Strauße, Flamingos, Affen und Pinguine und vieles mehr.

Die Vegetation ist hauptsächlich geprägt von Grasland mit Sträuchern und Akazien. Besonders die Kapregion bietet einen großen Reichtum an verschiedenen Pflanzenarten, wovon viele endemisch sind.

Wie erlebten wir Südafrika?

Wir haben Kapstadt mit dem Tafelberg, das Gebiet der Weinfarmen um Stellenbosch, die Kaphalbinsel und die Antlantikküste bis hoch zur namibischen Grenze besucht. Besonders beeindruckt hat uns die Sauberkeit, die sehr gute Infrastruktur, die von Reichtum geprägten Villenviertel, die eigenartige Vegetation der Kaphalbinsel und so vieles mehr. Nicht zuletzt erwähnenswert ist, dass wir uns in der damals noch von Nelson Mandela geführten Republik selbst in der Großstadt Kapstadt sicher fühlten. Im folgenden wird nun der Teil unserer Reise beschrieben, auf dem wir uns zusammen mit unserer Gruppe auf Zeltsafari durch 4 Länder Afrikas befanden.
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Südafrika


1. Tag in Südafrika:



Gegen früh um 7 werden wir im Flugzeug wach. Über 12 Stunden ist es jetzt her, seit wir in Dresden in unser Flugzeug gestiegen sind, um nach Frankfurt zu fliegen, von wo dann der Flug mit der riesigen Boing 747 nach Südafrika losging. Wir sitzen in der oberen Etage, einem kleinen Raum mit 2 Sitzreihen, den man über Treppen vom großen Saal in der unteren Etage aus erreichen kann. Wir sind nach oben platziert worden. Obwohl die Rassentrennung längst vorbei ist, kommt es uns hier im Flugzeug anders vor. Unten im großen Saal sitzen fast ausschließlich Schwarze, während hier oben nur Weiße sitzen.

Wir sehen aus dem Fenster. Es ist schon hell. Unten sind die Sanddünen der Kalahari zu sehen. Der Himmel ist wolkenlos. Es sieht trocken aus da unten. Ab und zu sind Gebirgszüge fast ohne Vegetation zu sehen und ausgetrocknete Flußläufe.

Am Vormittag landen wir in Johannesburg. Wir können sitzen bleiben, nur wenige bleiben mit uns im Flugzeug, um weiter nach Kapstadt zu fliegen. Die meisten steigen in Johannesburg aus.

Am Mittag kommen wir in Kapstadt an. Als wir auf der Gangway stehen, ist es neblig und es nieselt leicht. Es ist kühl - nur ca. 20 °C. Wir werden nicht kontrolliert. In der Flughafenhalle finden wir ein booking office und buchen gleich ein Zimmer in der Breakwater Lodge unweit der Waterfront. Die Breakwater Lodge ist morgen unser Treffpunkt mit unserer Gruppe. Morgen früh startet unsere Safari, die wir schon zu Hause gebucht haben - 19 Tage durch 4 Länder Afrikas.

Wir nehmen einen privaten Kleinbus, der uns nach Kapstadt bringt. Es fährt noch ein Deutscher mit, der in Südafrika arbeiten will. Die Vororte von Kapstadt machen einen guten Eindruck. Die Straßen sind in gutem Zustand, die Straßenränder und Grünflächen sehr gepflegt, rechts und links der Straße sind kleine einstöckige Häuser auf großen Grundstücken zu sehen. Wir fahren auf der "falschen Seite", denn in Südafrika ist Linksverkehr.

Der mit uns fahrende Deutsche steigt in solch einem Vorort an einem guest house - ein hübsches Holzhaus im holländischen Stil mit Vorgarten - aus. Das Haus ist verschlossen und der Fahrer unseres Mietbusses kümmert sich darum, den Hausbesitzer zu finden.

Dann geht es endlich weiter nach Capetown. Wir fahren durch engbebaute Siedlungen mit gepflegten Ein- und Zweifamilienhäusern mit Vorgärten. Die großflächig angelegte Stadt ist überzogen mit solchen Siedlungen. Nur im Zentrum finden wir ein paar Skyliner - meist Büro- und administrative Gebäude.

Wir kommen an der Waterfront an. Unser Hotel - die "Breakwaterlodge" - war einmal ein Riesengefängniskomplex. Jetzt werden einige der Gebäude davon von der Kapstädter Universität genutzt und ein Gebäude als Hotel. Später sehen wir uns den Universitätsteil an. Die Häftlingszellen sind jetzt Seminarräume. Die Gefängnisgebäude sind komplett renoviert und umgebaut, aber trotzdem haben sie noch etwas von einem Gefängnis an sich.

Unser Zimmer ist ordentlich. Wir sehen aus dem Fenster und merken, dass direkt gegenüber der Tafelberg zu sehen ist. Der obere Teil ist hinter dicken Wolken versteckt.

Gleich schräg gegenüber von unserem Hotel beginnt die Waterfront mit dem riesigen "Aquarium", was wir uns als erstes vornehmen. In großen Gebäuden aus roten Ziegeln sind Aquarien mit den Meeresbewohnern des indischen und atlantischen Ozeans untergebracht. Von bunten Korallenfischen des indischen Ozeans bis zu Robben, Haien, Thunfischen und Pinguinen sehen wir alles. Das größte Tier, das wir zu sehen bekommen, ist ein etwa 4 m breiter schwarzer Mantelrochen.

Die Waterfront ist eigentlich der alte Hafen Kapstadts. Heute ist es "das Touristenviertel". Die großen Gebäude der alten Schiffswerft sind in ein modernes Einkaufszentrum umgebaut worden.

Im Hafen betrachten wir alte Segelboote mit hölzernen Gallionsfiguren.

Ein Überbleibsel aus der englischen Kolonialzeit ist der rote achteckige Clocktower.

Es ist sehr gemütlich an der Waterfront. Viele kleine urige Restaurants laden zum Verweilen ein. In kleinen Souvenirläden kaufen sich die Touristen Andenken. Im spätabendlichen Sonnenschein ist jetzt der table mountain nicht mehr mit Wolken verhangen, sondern wir sehen ihn sehr deutlich - eine große flache Felsenplatte.

Wir setzen uns in ein altes Hafenrestaurant und bestellen "the catch of the day" und lassen den Tag ausklingen.

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2. Tag in Südafrika:



Beim Gang zu unserem Frühstücksraum, der sich in einem anderen Gebäude des Komplexes befindet, müssen wir den Universitätsteil durchqueren und gehen durch einen langen Gang, an dem sich rechts und links die ehemaligen Häftlingszellen des Gefängnisses befinden, aber an den Türschildern steht, dass es Seminarräume sind.

Wir verspäten uns etwas zu unserem geplanten Treffen mit unserer Reisegruppe. Als wir gegen 8.00 Uhr zur Rezeption unseres Hotels kommen und uns nach unserer Gruppe erkundigen, erfahren wir, dass die Teilnehmer der Safari bereits in der lounge im ersten Stock warten. Als wir dort ankommen, ist jedoch erst die Hälfte der Safariteilnehmer eingetroffen und einer unserer guides. Alle sprechen englisch. In den nächsten paar Minuten sind wir komplett - insgesamt 15 Teilnehmer. Ab Windhoek kommen noch zwei weitere hinzu und ein Teilnehmer unterbricht ab da die Reise. Alles in allem sind wir also 17 junge Leute aus aller Welt - fünf Deutsche, ein Holländer, fünf Australier, zwei Engländerinnen, drei Kanadier und eine US- Amerikanerin. Die nächsten 19 Tage werden wir nun zusammen verbringen und im Laufe der Reise wird es eine sehr lustige Gruppe.

In nur einer Viertel Stunde haben alle ihre Kraxen zum Expeditionsbus geschafft, der unten auf dem Hotelparkplatz auf uns wartet. Ein großer gelber Bus, vieles sieht nach Eigenbau aus. Es ist Platz für 16 Passagiere. Auf dem Dach und im hinterern Abteil des Busses ist Stauraum für Ausrüstung und Verpflegung. Unsere zwei Führer (guide und Fahrer) sind weiße Buren aus Südafrika. Sie haben vor, während der Reise auf dem Dach des Fahrzeugs zu schlafen, wo sich tatsächlich zwei bequeme Schlafplätze herrichten lassen.

Eine Minute vor der geplanten Abreise kommt Cathy, die Kanadierin.

Gegen 9.00 Uhr geht es los. Wie jeden Morgen kommt der Nebel durch Kapstadt. Der Tafelberg ist ganz im Nebel verschwunden. Es ist kühl, wir haben alle unsere Jacken an. Auch im Bus ist es kalt, denn die Fenster sind nicht dicht und durch die oben offenen Spalten kommt kalte Luft herein. Unser guide Garreth teilt uns mit, dass wir heute die Westküste immer am Atlantik ca. 300 km nach Norden fahren werden. Ziel ist der Ort Glenwilliam. e-visaexpress.com/de/visa-to-egypt-de/

Nachdem wir aus Kapstadt heraus sind, machen wir an einer schönen Stelle an der Atlantikküste einen kurzen Halt. Wir sind in einer Bucht an einem langen menschenleeren Sandstrand mit feinem weißen Sand. Gegenüber befindet sich der Tafelberg. Die oberen zwei Drittel des Tafelberges sind jetzt frei vom Nebel und klar zu sehen, während der Blick auf Kapstadt, die sich direkt am Fuss des Tafelberges befindet, von einem breiten Smogstreifen versperrt wird. Nur die Skyliner sehen aus dem grauen dichten Smogband hervor.

Ich halte meine Hand ins Atlantikwasser - es ist kalt wie Leitungswasser.  

Mehrere Stunden fahren wir nun immer an der Atlantikküste entlang. Mittags wird es richtig heiß. Die Landschaft an der Küste ist fast menschenleer. Wir sehen nur weites Farmland, dass von der Straße mit endlosen Maschendrahtzäunen abgegrenzt ist. Auf den Weiden ist das Gras trocken. In großen Abständen finden sich Sträucher im sandigen Boden. Weidetiere sind auch kaum zu sehen. Je weiter wir nach Norden kommen, um so häufiger sehen wir aber dann kleine Schafherden auf den trockenen Weiden - zuerst wenige weiße Schafe, später größere Herden mit weißen Schafen mit schwarzen Köpfen. Sogar kleinere Rinderherden und ab und zu ein paar Pferde sehen wir auf den Ländereien. Zu den flachen weißen Farmgebäuden führen von den Eingangstoren aus schnurgerade Wege hin. An manchen Toren steht der Name des Besitzers. An den Namen erkennen wir, daß einige Farmen deutsche Besitzer haben. Die großen Ländereien hier im Norden Südafrikas sind alle im Besitz von Weißen.

Zum lunch halten wir an einer schönen kleinen Bucht direkt an einem einsamen weißen Sandstrand. Lunch gibt es direkt am Auto. Unsere guides kümmern sich um das Mittagessen. Aus dem hinteren Gepäckstauraum holen sie die Essenskiste und aus den eisgekühlten Kühlboxen unser Essen. Unser lunch besteht jeden Tag aus Toastbrot mit Margarine und einem großen Teller mit Gurken- und Tomatenscheiben. Wir stellen unsere Klappstühle auf und setzen uns zu unserer ersten gemeinsamen "lunchtime".

Nach dem lunch geht unsere Fahrt weiter. Wir entfernen uns von der Küste und biegen ab ins trockene Landesinnere. Jetzt kommen ein paar kleine Siedlungen mit niedrigen Häusern zum Vorschein, wir sehen das erste Mal seit Kapstadt schwarze Siedler. hier stöbern

Den nächsten Halt machen wir in Lambertsbai, einem kleinen Ort mit einer Tankstelle, um zu tanken.

Am Nachmittag endlich kommen wir auf unserem ersten Zeltplatz in der Nähe von Glenwilliam an. Es ist ein sehr ruhiger Ort in wunderschöner hügeliger Landschaft. Der Zeltplatz befindet sich an einem kühlen Stausee. Am Eingang zum campsite ist ein botanischer Garten mit Wildblumen angelegt. Wir sind überrascht von dem gepflegten sauberen Eindruck, den der Zeltplatz macht. Nirgends liegt Abfall herum, auch die Sanitäranlagen sind sehr sauber. Sogar eine Badewanne gibt es da. Wir sind die einzigen Camper auf dem großen Platz. Erst am Abend kommen zwei Autos mit Schwarzen, aber diese kommen nur zum Grillen an den See, ohne hier zu übernachten. Unsere guides zeigen uns, wie die Zelte aufzubauen sind. Es sind große blaue 4- Mann- Zelte, die wir jeweils zu zweit bekommen.

Nach dem Zeltaufbau sehen wir uns den großen Baum neben uns genauer an. Er ist von Webervögeln bewohnt. Wir sehen den kleinen gelb- schwarzen Vögeln zu, die fleißig hin-und herfliegen und gerade ihre Nester bauen. Am Baum hängen bereits viele fertige Nester, lauter kleine Kugeln, die von ihren Baumeistern kunstvoll aus Grashalmen geflochten wurden. Die Kugeln sind an Zweigen befestigt und haben an ihrer Seite jeweils eine Öffnung als Eingangstür. Die meisten Nester sind schon älter und haben daher eine braune Farbe, denn die Grashalme sind schon vertrocknet. Diese Nester sind unbewohnt. Wenige Kugelnester sind grün, an ihnen wird noch gebaut. Offensichtlich gefiel es den Webervögeln nicht mehr in ihren alten Nestern und sie zogen es vor, lieber neue frische Nester zu bauen. Die kleinen Vögel lassen sich von uns beim Nestbau nicht stören. Wir beobachten einen der kleinen gelben Vögelchen. Es fliegt zu der Wiese des Zeltplatzes, macht sich dort einen Grashalm ab und bringt ihn dann zu dem halbfertigen Nest. Dort flicht es den Grashalm sehr geschickt ein, indem es ihn ein paar mal durch den Rand des Nestes steckt und dann festzieht. Insgesamt sind es nur 8 Vögel, die hier mit dem Nestbau beschäftigt sind, aber sie machen dabei einen Lärm, als wären es Hunderte.

Bis zum Abendbrot haben wir noch Zeit, denn dinner gibt es erst gegen 20.00 Uhr, wenn es schon dunkel ist, am Lagerfeuer. Wir laufen noch ein Stück am Seeufer entlang. Es ist sehr ruhig am See. Die letzten Strahlen der Sonne beleuchten die am Ufer verstreut herumliegenden Granitbrocken goldgelb. Sie spiegeln sich im dunklen azurblauen Wasser, auf dem sich keine Welle rührt. Am anderen Seeufer geht hinter einer niedrigen Hügelkette gerade die Sonne unter.

Als es dunkel ist, wird das feste Tropenholz, das unsere guides unterwegs gekauft haben, vom Dach unseres Busses geholt und ein Lagerfeuer angezündet. Auf jedem Zeltplatz gibt es dafür vorgesehene mit Steinen ausgelegte Plätze. Es stellt sich heraus, dass unsere zwei Buren, die jeden Tag für uns das dinner am Feuer bereiten, hervorragend kochen können. Der Bus hat alles zu bieten, was man zum Kochen braucht. An der Seite kann eine Platte aufgeklappt werden, worauf mit einem Gaskocher, der aus der Gasflasche versorgt wird, die hinten am Bus angehängt ist, gekocht werden kann. Gegrillt wird direkt über dem Feuer. Es dauert zwar sehr lange, bis die Beiden fertig sind mit kochen und wir sehen ihnen ungeduldig mit großem Hunger zu, aber, was sie uns dann anbieten, schmeckt sehr gut. Heute gibt es gegrillten Fisch, ganze Kartoffeln, Süßkartoffeln und Krautsalat mit Rosinen. Der Fisch wird in Alufolie über dem Feuer gegrillt. Wir sitzen alle um das Feuer herum und lassen uns das Essen unter dem nächtlichen Himmel schmecken.

Die meisten von uns sind englische Muttersprachler und wir Deutschen haben doch einige Probleme etwas mitzubekommen, wenn sie sich miteinander unterhielten.

Das erste Mal haben wir Gelegenheit, uns den Sternhimmel auf der südlichen Halbkugel genauer zu betrachten. Cathy hat eine Sternkarte mit und so finden wir schnell das Kreuz des Südens. Es steht senkrecht über uns und ist leicht zu finden, denn direkt davor sind zwei sehr helle Sterne. Die Luft ist sehr rein und klar, wir sehen nah und deutlich die Milchstraße.

In der Nacht frieren wir in den Zelten. Wir schätzen, dass es um die 0 °C sein müssen, vielleicht sind es sogar Minusgrade.

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3. Tag in Südafrika:



Um 7 wollen unsere zwei Führer schon wieder den Zeltplatz verlassen, aber wir sind alle so müde vom gestrigen anstrengenden Tag, dass fast alle verschlafen und zu spät zum Frühstück kommen. Es gibt, so wie zu jedem Frühstück, Brot mit Erdnussbutter, Margarine und Marmelade. In großen Teekesseln wird Wasser gekocht und wir können uns in Plastikbechern Tee oder Kaffee aufbrühen.

Nach großer Hektik geht die Fahrt schließlich um 3/4 8 los. Von der kalten Nacht sind wir immer noch völlig durchgefroren und es dauert lange bis sich im Laufe des Vormittags der ausgekühlte Bus etwas erwärmt. Unser heutiges Ziel ist der Oranjeriver - der Grenzfluss zu Namibia.

Über dem im Norden liegenden Gebirge sehen wir die Sonne aufgehen. Aus den Tälern steigen Nebelschwaden auf.

Wir fahren durch noch trockeneres Gebiet als gestern. Je weiter wir nach Norden kommen, um so spärlicher wird die Vegetation, um so trockener das Steppenland. Wir kommen durch Flachland. Die schwarze Asphaltstraße zieht sich endlos lang und gerade zwischen den Maschendrahtzäunen der Farmen hindurch. Manchmal sehen wir kleine Steinpyramiden, die als Grenze zum Nachbarfarmland aufgestellt wurden. Ab und zu sehen wir die Windräder, mit denen die Wasserförderung aus den Brunnen betrieben wird. Das Land ist fast vegetationslos. Bäume sind fast gar keine zu sehen. Nur selten sehen wir ein Farmgebäude, noch seltener ein kleines Dorf.

Endlich wird die Gegend etwas abwechslungsreicher, denn wir kommen ins Bukkelfieldgebirge hoch im Norden Südafrikas. Es sieht so aus, als wären von schwarzem Fels lauter runde Buckel glattgeschliffen worden. Die glattgeschliffenen Felsen sind Findlinge, in der Eiszeit sind sie vom Eis rund geschliffen worden.

Wir sehen unsere erste Antilope. 

Gegen Mittag wird es endlich warm im Bus. Wir machen im einzigen etwas größeren Ort, durch den wir kommen, in "Springbok", halt. Unser guide Garreth macht uns darauf aufmerksam, dass wir hier in der Bank namibische Dollar eintauschen sollten, denn bis Windhoek würden wir keine Möglichkeit mehr zum Geldtausch haben.

In Springbok sehen wir zum ersten Mal Köcherbäume.

Nach einem Einkauf im Supermarkt fahren wir weiter bis zum Ortsrand und suchen uns einen Rastplatz. Es gibt wieder Tomatensandwiches - diesmal unter stacheligen Weißdornbäumen.

Von Springbok ist es nicht mehr weit bis zur Grenze nach Namibia. Kurz vor Ankunft auf dem Campingplatz am Oranjeriver biegt unser Bus von der Straße ab und wir fahren auf einem engen Feldweg zwischen Gemüsefeldern mit Mais, Kürbissen, Kohlrabi, Tomaten und Kartoffeln hindurch. Unser Camp hat den Namen "Oeverboscamp". In Ufernähe des Flusses wachsen große Bäume, die dem Camp Schatten spenden. In einer schilfbedeckten Hütte lebt ein alter Mann, der sich für den Zeltplatz verantwortlich zeigt.

Wir betrachten unseren neuen Übernachtungsort. Es gibt mehrere Plätze zum Feuer machen. Zu den "Sanitäranlagen" führt ein Gang aus Schilfwänden. Die Duschräume und die zwei Toiletten des Camps sind hinter einfachen Wänden aus Schilf versteckt. Wir finden in diesen Räumen eine kalte und warme Dusche und ein Waschbecken mit Spiegel. Ein schräg angelehnter Bambusstab vor dem Eingang zu dem Schilfgang heißt "hier ist besetzt".

An der Veranda der Wohnhütte des alten Mannes sind Lautsprecher angebracht. Der alte Mann legt eine Platte mit klassischer Musik auf und beschallt damit unseren Campingplatz. Auch hier sind wir die einzigen Camper.

Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben, gehen wir gleich ans Ufer des Oranjerivers. Dort liegen ein paar Paddelboote an. Wir haben noch den ganzen Nachmittag vor uns und fahren Boot auf dem River. Es ist wunderschön hier. An den Ufern wächst hohes Schlif und auf der anderen Seite - der namibischen Seite - ist ein hügeliges felsiges Gebirge zu sehen. Die "späte Nachmittagssonne" taucht alles in klares Licht. Links ist ein Rauschen zu hören. Vielleicht ein kleiner Wasserfall? Wir halten uns mit dem Boot nach rechts und fahren gegen die Strömung. An den Schilfufern entdecken wir viele Vögel. Wir kommen ganz nah an einen Fischreiher heran, der über uns auf einem Ast in der Baumkrone sitzt. Es sind viele Paddelboote auf dem Fluss unterwegs - auch von anderen Touristen, die drüben auf der namibischen Seite campen. Als es dämmrig wird, kehren wir um.

Abends an unserem Lagerfeuer legen unsere Köche Glut um einen gußeiseren Topf mit Brotteig. Heute gibt es gebackenes Brot und gebratenes Hühnchen.

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4. Tag in Südafrika:



Heute stehen wir erst gegen 8 auf. Der Morgen ist ruhig und kühl. Auf dem Campingplatz fliegen viele bunte Vögel herum, die sich ganz nah an uns herantrauen.

Nach dem Frühstück wollen wir los, aber es kommt uns etwas dazwischen. Wir haben eine Reifenpanne und warten, bis unsere zwei Führer den großen Reifen des Busses gewechselt haben.

Endlich können wir los. Es geht wieder auf den schmalen Feldweg durch die Gemüsefelder bis zur Straße. Von hier sind es nur noch ein paar Kilometer bis zur Brücke über den Oranjeriver - der Grenze zu Namibia. Ein paar schwarze Beamte kümmern sich um die Ausreiseformalitäten auf der südafrikanischen Seite und dann um die Einreiseformalitäten auf der namibischen Seite.

Wir blicken zurück zum Oranjeriver und nehmen Abschied von Südafrika, das wir bisher hauptsächlich als großes Farmland kennengelernt haben. In etwa 16 Tagen werden wir zurückkehren nach Südafrika. Aber jetzt erwarten uns viele Abenteuer in dem für uns voller Geheimnisse steckenden Land Namibia.

Fortsetzung "Reisebericht Namibia"

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